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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, I. Theil: Geschichte, Organisation und Statistik des österreichischen Unterrichtswesens

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Gerstner. 
gate Lehrgegenstände forderte er: Religionslehre bis zur Erklärung der mora 
lischen Schriften des alten und neuen Testaments; Hebungen in der deutschen 
Sprache, verbunden mit einer Theorie des Styls, mit Geschäfts-Aufsätzen und 
der Anleitung zu einer nützlichen Lecture; Geographie mit besonderer Rück 
sichtnahme auf Landwirthschaft, Industrie und Handel; allgemeine und vater 
ländische Geschichte unter der gleichen Rücksichtnahme; Arithmetik und 
Algebra mit Anwendung auf wirtschaftliche und mercantile Verhältnisse und 
auf die Berechnung von Körpern und Maschinen; Elementar-Geometrie; Statik 
und Dynamik der festen und flüssigen Körper; Anleitung zur Civil-Baukunst 
und perspectivischen Aufnahme; Haturgeschichte mit Rücksicht auf praktische 
Anwendung und die wichtigsten Lehren der praktischen Ihysik, populäre 
Logik und Anleitung zur Rechtskenntniss; endlich Kalligraphie und Freihand 
zeichnen in Blumen, Landschaften, Köpfen, Ornamenten, Gerätschaften 
und Maschinen. Nebstbei sollte aber noch ein facultativer Unterricht in der 
lateinischen und französischen Sprache für die beiden unteren Gassen, in der 
italiänischcn und englischen für die beiden oberen Gassen ermöglicht werden; 
der lateinische Unterricht könne auch in den Oberclassen seine F ortsetzung 
finden. 
Nach vollendetem Curse des allgemeinen Unterrichts hätte der fachliche 
nach den verschiedenen Berufszweigen zu beginnen, und zwar: 
a) für die Adspiranten einer technischen Hochschule einjährig mit tech 
nischer Chemie und Naturgeschichte, Maschinenlehre und Kunstgeschichte; 
b) für die zu höherer Ausbildung in der Landwirthschaft Bestimmten zwei 
jährig mit Theorie der Landwirthschaft, Anleitung zur Güter-Verwaltung,- 
der bezüglichen Gesetzkunde und Buchführung, ökonomisch-technischer 
Chemie; 
c) für Candidaten eines höheren mercantilischen Curses zweijährig mit Theorie 
und Geschichte des Handels, technischer Chemie, Waarenkunde, kauf 
männischer Buchhaltung, Comptoir-Wissenschaft, Handels- und Weehselrecht. 
Die Zöglinge aller dieser Fachcurse sollten jedoch überdiess die Zeich- 
nungs-Uebungen fortsetzen. 
Für jene Schüler, welche sich die Laufbahn des Kriegers oder Künstlers 
zu wählen beabsichtigen, sollte ein besonderer, ausgedehnterer mathematischer 
Curs eröffnet werden, wobei für die letzteren auch die Theorie der Künste und 
ihre Hilfswissenschaften nicht ausser Acht zu lassen wären. Sämmtlichen Zög 
lingen der Fachschulen wäre schliesslich eine Anweisung zur praktischen Fort 
bildung und eine Hodegetik der höheren Fachstudien zu ertheilen. 
Im Schlussberichte (December 1799) wurde diese Realschule als „eine 
ganz neue Anstalt” bezeichnet, welche den erwähnten Berufsclassen das Gym 
nasium und den philosophischen Curs ersetzen solle. In den neun Landes 
hauptstädten sollten sämmtliche Curse, in 14 anderen Städten bloss Institute 
errichtet werden, welche den allgemeinen und den ökonomischen Unterricht in
	        
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