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Full text: Musikalische Instrumente (Gruppe XV), officieller Ausstellungs-Bericht

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Eduard Schelle. 
Mal ecki lenkte die Aufmerkfamkeit durch eine Vorrichtung auf lieh, 
mit der er den von ihm ausgeftellten, geradfaitigen Concertflügel ausgeftattet 
hat, eine Neuerung, welche zum Theil das Ziel des gewölbten Refonanzbodens 
von Beregfzafzy anftrebt. Ein Motiv zur Wölbung des Bodens war, die 
Widerftandskraft desfelben gegen den Druck des Saitenbezuges zu fteigern. 
Zudemfelben Refultat fuchte Malecki auf einem andern Wege zu gelangen, 
indem er vermitteln einer am Refonanzboden angebrachten Agraffe dem 
einen Chor der Saite einen höheren Anhängepunkt auf der Platte als 
dem danebenliegenden gibt. Der Druck, den die niederen Saiten auf die 
Refonanz ausüben, wird mithin durch die Zugkraft der höheren paralyfirt und 
fo eine Entlaftung des Bodens erzeugt. Leider wird aber durch diefe 
Entlaftung ein fchwacher Ton erzielt, wie . es . fleh an dem Inftrumente zeigte, 
weil dadurch die Schwingungsverhältniffe des Bodens beeinträchtigt werden; 
der Ton hat in der That trotz der fauberen, fleifsigen und foliden Con- 
ftrudUon nichts gewonnen, er ift vielmehr hart und von äufserft geringer 
Modulationsfähigkeit. . 
Sturzwaage aus Moskau hatte einen Concertflügel mit kreuzlaitigem 
Syftein und Stofszungen-Mechanik geftellt. Der Ton könnte etwas beffer aus 
geglichen, die Spielart leichter fein. Im Ganzen ift das Inftrument leidlich. 
ö Schliefslich ift noch Carl Haas aus Odeffa anzuführen, von dem zwei 
geradfaitige Flügel mit dünnem, fchreiendem Ton vorhanden waren. 
Mit einer Neuerung hatte fleh auch die Firma Flore nee in Brüifel, die 
einzige, welche Belgien auf der Ausftellung im Clavierbau repräfentiite, ein 
gefunden. Diefelbe ftellt fleh an einem Pianino von kleinem Format, in zwei 
gebogenen Refonanzboden ftatt des gewöhnlichen flachen dar, deren concave 
Flächen an ihren Enden zufammenlaufen und eine Höhlung von i bis i'/ z ZoM am 
Querdurchmeffer bilden. Auf den Ton hat diefe Neuerung keinen günftigen Ein- 
flufs gehabt, denn diefer ift trocken und fchlecht. Das einzige Gelungene an 
dem Inftrument befteht in einer guten Abdämpfung. Trotz des kleinen Formates 
hat der Erbauer die Rückwand des Pianinos mit nicht weniger als neun Spreizen 
aus Eichenholz verfehen. Aus derfelben Fabrik fanden fleh noch ein Pianino und 
ein Concertflügel (Copie nach Erard), beide dürftig im Tone, vor. Die Preife der 
Fabrik fteigen für Flügel von 1800 bis 3000 Francs, für Pianinos von 1200 bis 
2000 Francs. 
Aus Holland trafen wir nur eine Firma, nämlich B. Koch & Comp, in 
Amher, mit einem Pianino von höchft mittelmäfsigem und ungleichem Tone. 
(Preis 600 fl.) 
Aus der Schweiz hatten die Ausftellung befchickt die bekannte J irma 
Hüni & Hubert in Zürich mit einem grofsen, geradfaitigen Flügel (Copie nach 
Erard), der Ton ift etwas kurz, im Discant namentlich fehr dünn; ferner mit zwei 
Pianinos, das erfte halboblique mit eifernem Raft- und Stimmftock, das zweite 
oblique ;’beide, wie der Flügel, folid gebaut aber ebenfalls wenig ausgiebig im 
Ton Die Firma hat früher fchon beffere Inftrumente geliefert. 
So re eher & Butte (Zürich) mit einem überfaitigen Stutzflügel mit 
eifernen Rahmen, von guter Arbeit; der Ton ift klar, gut egalifirt und entwickelt 
eine edle Klangfarbe. Ein ähnliches Lob gebührt auch dem Pianino mit fchrag- 
faitigem Bezug. Das Aeufsere ift fehr elegant. Die Firma nimmt jetzt in der 
Schweiz die hervorragendfte Stellung ein. 
] Tr oft (Zürich) mit einem geradfeitigen Pianino von foliderArbeit; die 
Front des Kaftens ift mit einem Landfchaftsbilde gefchmückt, der Ton jedoch 
mittelmäfsig. / . 1 
Heinrich Efcher (Zürich) mit einem Pianino mit überfaltigem Bezug, und 
zwei geradfaitigen Pianinos; keines diefer drei Inftrumente erhebt fleh über das 
Niveau der Mittelmäfsigkeit.
	        
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