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Full text : Heinrich Freiherr von Ferstel

Und  wie  er  das  Glück  in  Haus  und  Familie  genoss  und  sich  mit  Stolz  der  Erfolge ­
  seines  Strebens  erfreuen  konnte,  so  waren  ihm  auch  die  äusseren  Ehren  zu  Theil
geworden,  so  viel  er  nur  wünschen  mochte.  Seine  mitstrebenden  und  mitkämpfenden
Genossen  in  aller  Welt  hatten  ihm  die  ersten  Preise  zuerkannt  und  kaiserliche  Huld
ihm  Auszeichnungen  verliehen,  eine  nach  der  andern.  Geliebt  von  seinen  Freunden,
geachtet  und  geehrt  von  aller  Welt,  in  voller  reifer  Manneskraft,  so  stand  er  da  auf
der  Höhe  eines  beneidenswerthen  Lebens.
Er  musste  das  alles  lassen,  Glück  und  Ruhm,  Haus  und  Familie,  die  Arbeit
der  Gegenwart  und  die  Pläne  der  Zukunft.  Die  Alten  würden  ihn  auch  darin  als  einen
Liebling  der  Götter  betrachtet  haben,  dass  sie  ihn  von  hinnen  nahmen,  bevor  er  die
Kräfte  erlahmen,  bevor  er  sich  selber  langsam  absterben  sah.  Nein,  auf  ihn  passt
nicht  das  Wort  des  Dichters:
Ein  stückweis’  Sterben  ist  das  Leben,
Das  letzte  Stück  nur  fällt  ins  Grab.
Mitten  in  der  Vollkraft  seines  Schaffens,  auf  der  Höhe  seines  Lebens,  in  der  reifen
Blüthe  der  Männlichkeit,  leuchtend  noch  in  all  den  Gaben,  welche  ihm  die  Natur  verliehen ­
  hatte,  sank  er  in  das  Grab.  So  steht  er  in  unserem  frischen  Gedächtniss,  und
so  wollen  wir  die  Erinnerung  bewahren  und  heilig  halten.

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