mentalen Malerei zu gewinnen. Er musste Schritt für Schritt das Terrain für seine
Projecte erkämpfen, um seine künstlerischen Ideale nur einigermassen zur Geltung
zu bringen. Diese Kämpfe haben in der letzten Zeit nicht wenig dazu beigetragen,
sein Gemüth zu verstimmen, und sein physisches Leiden zu steigern.
Während der Zeit, als Ferstel mit dem Monumentalbau der Wiener Universität
beschäftigt war, hat er noch eine Reihe anderer Bauten ausgeführt, die von der Viel
seitigkeit des Künstlers Zeugniss geben. Sie alle in ihren Einzelnheiten zu besprechen
würde viel zu weit führen, aber deren charakteristische Details zu erwähnen halte
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ich für nöthig, um dem Leser eine Vorstellung zu geben von der weitverzweigten
Thätigkeit und der ungewöhnlichen Arbeitskraft des Künstlers.
Eines der originellsten Werke, welche Ferstel entworfen hat, ist der Bau
des Rathhauses in Tiflis, welcher Bau ihm von dem dortigen Bürgermeister über
tragen wurde. Hier galt es ein Gebäude aufzuführen, das im Stile der Bauten jener
Gegend in der Nähe der Baudenkmale des alten Georgien und Armenien hergestellt
werden sollte, und das zugleich den modernen Bedürfnissen eines Stadthauses im
europäischen Sinne zu entsprechen hatte. Das Gebäude ist gegenwärtig fertig. Wir
geben eine kurze Beschreibung des originellen Baues.
Die 60 Meter lange, 50 Meter tiefe Bauarea grenzt mit zwei im rechten Winkel
zusammenstossenden Seiten an Strassenzüge, von den beiden anderen Seiten der
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