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MAK

Full text : Heinrich Freiherr von Ferstel

der  korinthischen  Säulenordnung  conformes  Kranzgesimse  abgeschlossen,  über  dem
sich  eine  Balustrade  herumzieht.  Nur  an  der  Hauptfa9ade  gegen  den  Platz  wird  diese
Höhe  noch  überragt  durch  eine  Attica,  welche  in  der  Mitte  von  einer  das  Wappen
umgebenden  Figurengruppe  und  auf  den  Postamenten  von  vier  Statuen  gekrönt  ist.
Der  Thurm  der  Seefa^ade  steigt  in  zwei  stark  markirten  Absätzen  über  die  krönende
Attica  empor.  Die  grossen  Nischen  an  den  beiden  Eckrisaliten  erhalten  figurengeschmückte ­
  Brunnen.
Der  bildnerische  Schmuck  besteht  aus  folgenden  figuralen  Darstellungen:  die
Mittelgruppe  auf  der  erhöhten  Attica  stellt  zwei  geflügelte  weibliche  Schildhalterinnen
dar,  denen  Kindergestalten  mit  allegorischen  Emblemen,  die  friedliche  Arbeit  einerseits ­
  und  den  Kampf  mit  dem  Meere  andererseits  kennzeichnend,  beigesellt  sind.  Die
Atticafiguren  zu  beiden  Seiten  der  Mittelgruppe  zeigen,  den  allegorischen  Knabengestalten ­
  entsprechend,  einerseits  Vulcan  und  Mercur,  andererseits  Aeolus  und  Poseidon.
Zu  beiden  Seiten  des  Thurmes  sind  die  Gestalten  der  die  Seefahrer  beschützenden ­
  Göttinnen  Leukothea  mit  ihrem  Sohne  Palaemon  und  Urania,  das  Sinnbild  des
gestirnten  Himmels,  dargestellt.
Die  beiden  Zwickelfiguren  im  ersten  Stock  der  Hauptfaqade  zeigen  die  Macht
des  Reichthums  auf  dem  Meere  und  zu  Lande.
Die  beiden  grossen  Nischen  der  Hauptfa9ade  umfassen  je  einen  Brunnen  mit
einer  Figurengruppe,  die  eine  das  Meer  als  majestätische  Naturerscheinung,  die  andere
das  Ouellwasser  als  unentbehrliches  Heil-  und  Genussmittel  darstellend.
Die  eigenartige  Beschaffenheit  des  Baugrundes  machte  ein  besonderes  Studium
der  Fundamentirung  nothwendig.  Dieselbe  wurde  in  vier  Schichten  hergestellt,  und
zwar  besteht  die  unterste,  i  Meter  hohe  und  4  Meter  breite  Schichte  aus  einem  mit
Santorinerde  hergestellten  Beton  und  ruht  auf  einem  mit  demselben  Materiale  ausgemauerten ­
  starken  Roste  aus  Lärchenholz.  Die  zweite  Schichte,  cr8o  Meter  hoch,  ist
aus  grossen  Masegnoblöcken  hergestellt,  deren  einzelner  6  Kubikmeter  Grösse  hatte.
Die  dritte,  0^40  Meter  hohe  Schichte  ist  in  ähnlicher  Art  aus  kleineren  Masegnoblöcken
hergestellt  und  darauf  wurde  noch  eine  O’öo  Meter  hohe  Schichte  Fundament-Mauerwerk ­
  aus  Bruchsteinen  gesetzt.
Die  Steinverkleidung  an  den  Fa9aden  ist  theils  aus  Orserastein,  theils  in  Grisignanostein
  gearbeitet.  Die  Figuren  sind  nur  in  Grisignanostein  ausgeführt.  Von
Karststein  sind  sämmtliche  Stiegen,  die  Säulen  in  der  Durchfahrtshalle,  sowie  die
Pflasterungen  in  allen  Vestibülen  hergestellt.  Die  Säulen  und  Pfeiler  an  der  Hauptstiege ­
  sind  jedoch  in  rothem  Veroneser  Marmor  ausgeführt.  In  dem  Gebäude  ist  die

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