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MAK

Full text : Heinrich Freiherr von Ferstel

und  jeden  Augenblick  bereit,
thatkräftig  einzugreifen  dort,
wo  es  ihm  nöthig  schien,  und
opferbereit  dort,  wo  es  galt,
eine  gute  Sache  mit  Wort  und
That  zu  vertreten.  Er  galt
während  seiner  Studienzeit  an
der  technischen  Hochschule
und  an  der  Akademie  der  bildenden ­
  Künste  als  einer  der
schönsten  Jünglinge  seiner
Schule;  durch  die  vielen  Arbeiten ­
  in  späteren  Jahren  hat
sich  die  Anstrengung  in  seiner
äusseren  Haltung  ausgeprägt,
die  etwas  gebückt  erschien,
wenn  auch  sein  Gang  noch
nichts  von  seiner  Leichtigkeit
eingebüsst  hatte.  Auch  die
dunkle  Farbe  der  Haare  hat  er  lange  bewahrt,  denn  erst
die  letzte  Zeit  vor  seinem  Tode  kamen  hie  und  da  graue
Haare  zum  Vorschein.  In  dieser  gebückten  Haltung  und
nachdenkenden  Stellung  hat  ihn  Tilgner  an  der  Kanzel  der
Votivkirche  meisterhaft  dargestellt.  Ein  liebenswürdiger  Familienvater, ­
  war  er  der  vertraute  Freund  und  Rathgeber
seiner  Frau  und  Kinder.  Er  war  unablässig  bemüht,  für  die
Erziehung  seiner  Kinder,  fünf  Söhne  und  eine  Tochter,  zu
sorgen  und  deren  wissenschaftliche  und  Charakterbildung  zu
vervollständigen.  Nichts,  was  im  Hause  geschah,  wurde  verheimlicht, ­
  sondern  Alles  war  Gegenstand  des  Gespräches  bei
Tische  des  Mittags  und  des  Abends.  So  kam  es  auch,  dass
seine  Söhne  gewissermassen  geistig  mit  ihrem  Vater  verwachsen ­
  waren  und  eine  vollständige  Vertrautheit  zeigten
mit  dem,  was  der  Vater  gethan  und  gewirkt  hat.  Diese  Biederkeit ­
  und  Offenheit  seines  Charakters  brachte  es  auch  mit  sich,
dass  er  seinen  Freunden  Freund  blieb  bis  zum  letzten  Augen-■



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