und jeden Augenblick bereit,
thatkräftig einzugreifen dort,
wo es ihm nöthig schien, und
opferbereit dort, wo es galt,
eine gute Sache mit Wort und
That zu vertreten. Er galt
während seiner Studienzeit an
der technischen Hochschule
und an der Akademie der bildenden
Künste als einer der
schönsten Jünglinge seiner
Schule; durch die vielen Arbeiten
in späteren Jahren hat
sich die Anstrengung in seiner
äusseren Haltung ausgeprägt,
die etwas gebückt erschien,
wenn auch sein Gang noch
nichts von seiner Leichtigkeit
eingebüsst hatte. Auch die
dunkle Farbe der Haare hat er lange bewahrt, denn erst
die letzte Zeit vor seinem Tode kamen hie und da graue
Haare zum Vorschein. In dieser gebückten Haltung und
nachdenkenden Stellung hat ihn Tilgner an der Kanzel der
Votivkirche meisterhaft dargestellt. Ein liebenswürdiger Familienvater,
war er der vertraute Freund und Rathgeber
seiner Frau und Kinder. Er war unablässig bemüht, für die
Erziehung seiner Kinder, fünf Söhne und eine Tochter, zu
sorgen und deren wissenschaftliche und Charakterbildung zu
vervollständigen. Nichts, was im Hause geschah, wurde verheimlicht,
sondern Alles war Gegenstand des Gespräches bei
Tische des Mittags und des Abends. So kam es auch, dass
seine Söhne gewissermassen geistig mit ihrem Vater verwachsen
waren und eine vollständige Vertrautheit zeigten
mit dem, was der Vater gethan und gewirkt hat. Diese Biederkeit
und Offenheit seines Charakters brachte es auch mit sich,
dass er seinen Freunden Freund blieb bis zum letzten Augen-■
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