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MAK

Full text : Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

Der  von  Jahr  zu  Jahr  gesteigerte  Verbrauch  von  China-Rinden
  liess  schon  seit  Langem  befürchten,  dass  die  amerikanische
Fieber-Kinde  auf  die  Dauer  nicht  hinreichen  durfte,  und  es  wurden
deshalb  wiederholt  Versuche  angestrebt,  die  Cinchona-Cultur  auch
in  anderen  als  amerikanischen  Tropen  -  Gegenden  heimisch  zu
machen.  Auf  Java  wurden  1854,  nachdem  der  Reisende  Hasskarl ­
  unter  grossen  Gefahren  Samen  und  Pflanzen  aus  Amerika
gesammelt  hatte,  die  Culturversuche  begonnen,  und  nach  oft
missglückten  Experimenten  wurde  endlich  die  mittlere  Höhe,  von
1600  Meter  und  eine  Mittel-Temperatur  von  17°  als  Bedingungen
für  das  Gedeihen  der  Cinchona-Anlagen  ermittelt,  und  um  die
junge  Pflanze  vor  Witterungs-Unbilden  zu  schützen,  kam  man
auf  den  glücklichen  Gedanken,  nach  Art  der  Kaffee-  und  Cacao-Plantagen
  Zwischenpflanzungen  üppig  vegetirender  Bäume,  Erythrina-
  und  Sponia-Arten,  anzulegen.
Was  sich  in  Java  mit  Erfolg  cultiviren  liess,  konnte  auch
in  Ost-Indien  versucht  werden,  und  auch  gelangen  die  Cultur-Versuche.
  1861-62  wurden  durch  die  engliche  Regierung  Markham
und  Spruce  nach  verschiedenen  Theilen  der  amerikanischen  China-Regionen
  entsendet,  und  Dank  diesen  Männern  befinden  sich
gegenwärtig  im  Neilgerri-Gebiete  (Madras),  auf  Ceylon  und  am
Himalaya  ausgedehnte  Anpflanzungen  von  Cinchona-Bäumen.
Bis  heute  ist  die  Fieberrinden-Ernte  dieser  Localitäten  im
Vergleich  zur  amerikanischen  Production  von  noch  nicht  besondeiei
  Bedeutung,  da  bisher  nur  ein  geringer  Theil  der  jungen
Bäume  zur  Abschälung  bestimmt  werden  konnte;  es  wird  jedoch
als  sicher  angenommen,  dass  schon  im  Jahre  1876  bedeutende
Ernte-Resultate  erzielt  werden  können,  so  auf  Java  allein,  nach
van  Gorkum’s  Angaben,  schon  über  100.000  Kil.
Das  Opium,  der  Kinni  oder  goldene  Koth  der  Chinesen,
war  auf  der  Ausstellung  durch  Proben  fast  aller  jener  Länder
vertreten,  die  dasselbe  produciren:  Persien,  das  russische  Trans-Kaukasien,
  Klein-Asien,  Britisch-Indien,  Egypten,  Algier,  Australien ­
  (Cap  Victoria)  und  selbst  Mittel-Europa,  letzteres  mit  schlesischen ­
  und  Wörtern  bergischen  Proben  eines  Opiums  von  12  bis
15%  Morphin-Gehalt,  welche  den  erfreulichen  Beweis  liefern,  *
            
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