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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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Auf der Wiener Ausstellung waren aus verschiedenen Ge 
bieten von Oesterreich, aus Frankreich, Deutschland, England 
und Schweden zahlreiche und namhafte Objecte der Zündwaaren- 
Fabrication ausgestellt. 
Auf diesem industriellen Gebiete haben sich seit der Pariser 
Weltausstellung keine besonderen Veränderungen, abgesehen von 
verbesserten mechanischen Operationen, kundgegeben. Wohl wer 
den die Streich-Zündhölzchen billiger, gefälliger und atmosphä 
rischen Einflüssen besser Widerstand leistend dargestellt, aber 
die Grundlage des Zündholzes ist in der grösseren Menge dieser 
Zündwaaren der gewöhnliche gelbe Phosphor geblieben, welcher 
mit sauerstoffreichen Körpern, wie Blei-Hyperoxyd oder Mennige 
gemengt, zusammen mit einem Bindemittel und mit gefälligem 
Farbezusatz die Masse der Köpfchen auf den Zündhölzchen bildet. 
Der zum TTebertragen der Verbrennung auf das Hölzchen be 
stimmte, leicht brennbare Körper ist bei ordinärer Waare der 
Schwefel geblieben, während bei feineren Sorten die Hölzchen 
nur noch mehr selten mit Wachs, sondern mit Stearin und Paraffin 
getränkt werden. 
Der wesentlichste Fortschritt liegt in der Phosphor-Oeko- 
nomie bei der Bereitung von Zündmasse; dessen ungeachtet haben 
die Phosphorhölzchen trotz aller Vorzüglichkeit die Uebelstände 
der grossen Feuergefährlichkeit und der überaus giftigen Wirkung 
des Phosphors auf den Organismus. 
Als End-Ergebniss der Pariser Weltausstellung 18G7 hatte 
man in der Zündwaaren - Industrie die Ansicht gewonnen, dass 
dein rothen Phosphor in der weiteren Entwicklung der Ziind- 
waaren-Industrie eine besondere Rolle zukommen werde. 
Bekanntlich ist der von Anton von Schrötter 1848 erkannte 
amorphe oder braunrothe Phosphor eine allotrope Modifikation 
des gewöhnlichen gelben, lichtendzündlichen und giftigen Phos 
phors. Der amorphe Phosphor entzündet sich erst bei 200° und 
erweist sich unlöslich iii allen Lösungsmitteln, in denen gewöhn 
licher Phosphor löslich erscheint, weshalb er eben sich als nicht 
giftig erweist. Amorpher Phosphor gibt aber ganz so wie ge-
	        
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