geringsten Eintrag zu thun vermag); der typographischen Presse
ist es Vorbehalten, die Welt zu civilisiren.
Die Typographie war auf der Wiener Weltausstellung ebenso
würdig vertreten, wie auf der letzten Pariser; die Betheiligung
der Aussteller war jedoch den Ländern nach ganz verschieden.
Im Jahre 1867 standen Frankreich und England durch eine glänzende
und (besonders ersteres Land) durch zahlreiche Ausstellung
in erster Reihe; heute war letzteres Land auffallend schwach
vertreten, und Frankreich auch nicht in dem seiner Stellung
geziemenden Maasse. Dass trotzdem das Wenige vollendet w r ar,
ist selbstverständlich und dem Range, welchen diese Länder seit
vielen Jahren einnehmen, entsprechend; waren es doch (vor mehr
als hundert Jahren) Baskerville in London und F. A. Didot in
Paris, welche zuerst mit schönen, zarten und scharfen Typen
auftraten, bekam doch durch Didot die Antiqua-Schrift jenen
haarscharfen Charakter, welcher an den Kupferstich erinnert*).
Sehr hübsche Fortschritte haben wir zu constatiren in der
typisch schwierigsten Text-Schreibschrift (englisch), sowie in der
französischen Rondschrift. Von beiden Schriftarten hat Deutschland
Proben ausgestellt von schönem Schwünge und von Correctheit
in Lage und Form, dabei von höchst scharfer Verbindung.
Zu den einzelnen Ländern übergehend, finden wir in England
Grant & Co. in London, welche sich durch tadellosen Satz
und Druck, sowie durch schöne Illustrationen auszeichnen, daiuntei.
„London, a pilgrimage“ by Gust. Dore, Holzschnitte von Pannemaker-Doms.
In Dore anerkennen wir den phantasievollsten
Illustrator und in Pannemaker-Doms den besten Holzschneider
*) Dass die heutigen französischen Buchdrucker dem herrschenden
Goschmacke durch Wiedergabe der veralteten Schriftform dos 17. Jahrhunderts
eine maassgebende Concession gemacht haben, ist bedauerlich; in erfreulichem
Gegensätze zu diesen haben Deutschlands Drucker sichtlich das Streben an
den Tag gelegt, sich immer mehr von der undeutlichen, ja unschönen Fractur-Schrift
zu emancipiren und anstatt dieser die ungleich leserlichere Antiqua-Schrift
mehr und mehr einzuführen. Wir wären der Fractur-Form wohl schon
längst ledig, hätte sich nicht im vorigen Jahrhundert der in Deutschland
tonangebende Druckerei-Besitzer Breitkopf in Leipzig ihrer Abschaffung
erfolgreich entgegengestemmt.