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MAK

Full text : Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

geringsten  Eintrag  zu  thun  vermag);  der  typographischen  Presse
ist  es  Vorbehalten,  die  Welt  zu  civilisiren.
Die  Typographie  war  auf  der  Wiener  Weltausstellung  ebenso
würdig  vertreten,  wie  auf  der  letzten  Pariser;  die  Betheiligung
der  Aussteller  war  jedoch  den  Ländern  nach  ganz  verschieden.
Im  Jahre  1867  standen  Frankreich  und  England  durch  eine  glänzende ­
  und  (besonders  ersteres  Land)  durch  zahlreiche  Ausstellung
in  erster  Reihe;  heute  war  letzteres  Land  auffallend  schwach
vertreten,  und  Frankreich  auch  nicht  in  dem  seiner  Stellung
geziemenden  Maasse.  Dass  trotzdem  das  Wenige  vollendet  w r ar,
ist  selbstverständlich  und  dem  Range,  welchen  diese  Länder  seit
vielen  Jahren  einnehmen,  entsprechend;  waren  es  doch  (vor  mehr
als  hundert  Jahren)  Baskerville  in  London  und  F.  A.  Didot  in
Paris,  welche  zuerst  mit  schönen,  zarten  und  scharfen  Typen
auftraten,  bekam  doch  durch  Didot  die  Antiqua-Schrift  jenen
haarscharfen  Charakter,  welcher  an  den  Kupferstich  erinnert*).
Sehr  hübsche  Fortschritte  haben  wir  zu  constatiren  in  der
typisch  schwierigsten  Text-Schreibschrift  (englisch),  sowie  in  der
französischen  Rondschrift.  Von  beiden  Schriftarten  hat  Deutschland ­
  Proben  ausgestellt  von  schönem  Schwünge  und  von  Correctheit
  in  Lage  und  Form,  dabei  von  höchst  scharfer  Verbindung.
Zu  den  einzelnen  Ländern  übergehend,  finden  wir  in  England ­
  Grant  &  Co.  in  London,  welche  sich  durch  tadellosen  Satz
und  Druck,  sowie  durch  schöne  Illustrationen  auszeichnen,  daiuntei.
„London,  a  pilgrimage“  by  Gust.  Dore,  Holzschnitte  von  Pannemaker-Doms. ­
  In  Dore  anerkennen  wir  den  phantasievollsten
Illustrator  und  in  Pannemaker-Doms  den  besten  Holzschneider
*)  Dass  die  heutigen  französischen  Buchdrucker  dem  herrschenden
Goschmacke  durch  Wiedergabe  der  veralteten  Schriftform  dos  17.  Jahrhunderts
eine  maassgebende  Concession  gemacht  haben,  ist  bedauerlich;  in  erfreulichem
Gegensätze  zu  diesen  haben  Deutschlands  Drucker  sichtlich  das  Streben  an
den  Tag  gelegt,  sich  immer  mehr  von  der  undeutlichen,  ja  unschönen  Fractur-Schrift
  zu  emancipiren  und  anstatt  dieser  die  ungleich  leserlichere  Antiqua-Schrift
  mehr  und  mehr  einzuführen.  Wir  wären  der  Fractur-Form  wohl  schon
längst  ledig,  hätte  sich  nicht  im  vorigen  Jahrhundert  der  in  Deutschland
tonangebende  Druckerei-Besitzer  Breitkopf  in  Leipzig  ihrer  Abschaffung
erfolgreich  entgegengestemmt.
            
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