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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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Bilder so zu fixiren, dass sie von unzweifelhafter Dauerhaftigkeit 
wärpii. 
Das Bestreben, sich von diosen höchst unbeständigen, dabei 
theueren Gold- und Silher-Salzpn hei Erzeugung der positiven 
Bilder auf Papier zu emancipiren, hat neben der Heliographie, 
der Photo-Lithographie, der Phototypie, Kohle-BiMerdrnek u. a. 
zur Alhertypie geführt. Der Lichtdruck nach Jos. Alhert’s Ver 
fahren ist auf dem besten Wege, den photographischen Abdruck 
auf Papier mittelst Druckerschwärze durch die Presse herzustellen, 
wodurch neben unbestreitbarer Haltbarkeit auch Billigkeit der 
Preise erzielt und zugleich eine unbeschränkte Auflage der Bilder 
ermöglicht würde. Das Druckverfahren von M. Gemoser in Berlin, 
von Obernetter in München ist nur eine Modification des Albert- 
schen Processes. Die von den genannten Herren sowohl, als auch 
von deren Schülern ausgestellten Blätter, besonders diejenigen 
grossen Formates, müssen auch strengen Anforderungen genügen. 
Im Gegensätze zu früheren Ausstellungen stand das photo 
graphische Port rät auf der Wiener Ausstellung in zweiter Linie: 
trotzdem war die Anzahl der zur Schau gebrachten menschlichen 
Figuren gross und klein eine sehr beträchtliche, und waren die 
Leistungen darin gegen frühere Ausstellungen mehr ansgeglichen, 
d. h. die tüchtigsten Porträt-Photographen des Jahres 1867 sind 
unwesentlich vorwärts gegangen, während heute selbst die klei 
neren Anstalten technisch Gutes leisten. Wir haben leider die 
Wahrnehmung machen müssen, dass die heutigen Porträt- 
Photographen durchaus nicht gesonnen sind, die übertriebene 
Negativ-Retouehc einzuschränken. Zur tüchtigste]hing unserer 
Behauptung setzen wir sogleich hinzu, dass wir weit entfernt 
sind, die Verschönerungs-Methode zu verwerfen. Nur möchten wir 
alle Porträt-Photographen dringend bitten, dass sie bei der Aus 
wahl ihrer Retoucheure strenger Vorgehen und den letzteren ein 
schärfen, dass unter deren grausamem Nivellirungs-Griffel nicht 
die tausend feinen Nuancen verloren gehen, welche die Camera 
auf der Platte hervorbringt. 
Sehr brillante Porträts waren ausgestellt von Amerikanern: 
W. Kurtz in New-York, Leon vau Loo in Cincinnati, Howell in
	        
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