- 165 —
Stellung fehlten, so mögen einige Bemerkungen über dieselben hier
angefügt werden. Diese Kessel gehören dem J. 0. G. M e y n’ sehen
Hochdruck-Dampfkessel-Sys t eme an und sind der Haupt
sache nach verticale Cylinder - Kessel mit grossem Dampf-Dome
und einem spiralförmig um denselben gewundenen Dampf-Ablei
tungsrohre. Die Feuerung ist theils unter-, theils ausserhalb des
Kessels gelegen und in ihrem äusseren Theile von einem feuer
festen Gewölbe umschlossen. Vom Koste steigen die Feuer-Gase
durch ein kurzes, weites, verticales Feuer-Rohr in einen cylindri-
schen, iu halber Höhe des Kessels concentrisch in demselben
befindlichen Kaum auf, in welchem sich ein Kranz von dicht
aneinander gereihten elyptisehen Siede-Röhren befindet. Zwischen
denselben durchziehend, gelangen die Heiz-Gase unter eine doppelte
Reihe gewöhnlicher Feuer-Röhren und inner denselben durch den
obern Theil des Kessels, Wasser- und Dampfraum, ferner um den
Dom und das gewundene Dampf-Rohr und schliesslich in den
Kamin*).
Diese Kessel besitzen als Köhren-Kessel ohne Zweitel eine
bedeutende Verdampfungsfähigkeit (8-5 Pfd. für 1 Pfd. guter
Schwarzkohlen); auch mag ihre ausgezeichnete Ausführung jene
dauernde Solidität verbürgen, welche ihnen nachgerühmt wird.
Sollen sie aber, was gar nicht auszuschliessen, dennoch Schaden
leiden, so wäre dies in Anbetracht ihrer eigenthümliohen Con-
struction um so fataler.
Da in allen Kesseln mit Röhren-Systemen eine sehr lebhafte
Dampf-Entwiklung und in Folge dessen leicht ein Mitreissen von
Wassertheilchen durch den abgehenden Dampf stattfindet, so em
pfiehlt sich hier mehr noch wie bei andern Typen die Anbringung
*) Das Eigentümliche an dieser Type sind die elyptisehen, an ihien
flachgedrückten Seiten quer zur Längen-Achse wellenförmig cannellirten,
schmiedeisernen Siede-Röhren. Diese Cannellirung hat einerseits den Zweck,
den Röhren, eben weil sie elyptisch sind, die nötige Steifigkeit zu geben,
andererseits aber sollen sie bewirken, dass die durch Temperaturwechsel er
zeugten „Molecular - Bewegungen“ des Eisens allen auf den inneren Flächen
der Röhren abgesetzten Kesselstein in dünnen Blättchen lösen und abwerfen,
so dass dieselben stets rein bleiben. Dieser so abgeworfene Kesselstein lagcit
sich als Schlamm am Kesselbodcn, von wo er leicht entfernt werden kann.