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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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Alle vorher erwähnten Vorkehrungen zur Erreichung der 
Reiuigungsfähigkeit der Kessel und zur Verhinderung der Kessel 
stein-Ablagerung in den am meist erhitzten Kesselpartien sind nur 
Nothbehelfe, um die nachtheiligen Folgen eines notorischen Uebel- 
standes zu mildern. Von wesentlichster Bedeutung für die Con- 
servirung der Kessel aber ist es, entweder die Ablagerung des 
Kesselsteines ganz zu verhindern, oder besser noch, die denselben 
bildenden Beimengungen des Wassers noch vor dessen Eintritt 
in den Kessel zu entfernen. Die meisten bisher in dieser Hinsicht 
angewandten Behelfe entsprechen aber nur in unvollkommener 
Weise. Denn die Apparate, in welchen das durch den abgehenden 
Dampf bis zum Sieden vorgewärmte Wasser den Kesselstein ab 
lagern soll, erreichen nur zum Theil ihren Zweck, da sie gerade 
die schädlichste Lösung des Wassers, den Gyps nur in geringem 
Masse daraus entfernen. Ein solcher Apparat war, von Wohnlich 
exponirt, in einem österr. Kessel - Hause zu sehen. Chemische 
Agredenzien hingegen, wie: Kalk, Soda, Chlorbargum etc. ver 
hindern allerdings eine feste Ablagerung des Kesselsteines, ver 
unreinigen das Wasser aber noch mehr, und sind, wenn in zu 
geringer Quantität angewendet, eher schädlich als nützlich. 
Der von Hrn. J. A. Berenger, Inspector der Südbhan. 
construirte und auch auf der Ausstellung in Thätigkeit gewesene 
automatische Apparat zum Weichmachen des Was 
sers erfüllt in der Art vollkommen seinen Zweck, dass er das 
Speisewasser reinigt, bevor es noch in den Kessel tritt. Dieser 
Apparat besteht der Hauptsache nach aus einem vertical-cylin- 
drischen Mischlings - Gefässe und mehreren ähnlich geformten 
Filtrir- Apparaten. Dem Wasser wird bei Eintritt in das Mischungs- 
Gefäss eine Lösung von Aetzkalk und Chlorbargum beigemischt, 
ersterer zur Fällung der kohlensaureu Salze, letzteres zur Ab 
setzung des Gypses. Beim Passireu der Coaks- und Sägespäne- 
Schichten der Filtrir-Apparate wird das Wasser von diesen gefällten 
Beimengungen vollkommen gereinigt, worauf es in einem Eeser- 
voir gesammelt und zur Kesselspeisung bereit gehalten wird. 
Eine Pumpe treibt das Wasser durch den Apparat in das Reser 
voir, und eine andere mischt demselben die obgenannen Lösungen
	        
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