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Full text : Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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stange,  welche  die  Bewegung  von  einer  um  einen  fixen  Zapfen
oscillirenden  Coulisse  erhält,  in  der  letzteren  durch  den  Regulator
gehoben  und  gesenkt  wird,  eine  Aenderung  des  Schieberhubes,
resp.  Füllungsrades  zwischen  0'2  und  0 - 5  erzielt.
Merkwürdiger  Weise  war  der  Hochdruck  -  Cylinder  ohne
Dampf-Mantel  ausgeführt.  Derselbe  sollte  gerade  bei  der  Woolfschen
  Maschine,  deren  einzige  Existenzberechtigung  in  der  effectvollsten, ­
  daher  best  geschützten  Ausnützung  der  Expansionskraft
des  Dampfes  liegt,  nicht  fehlen.
Die  Maschine  hatte  14"  und  24"  Cylinder  -  Diameter,
30"  Hub  und  arbeitete  in  der  englichen  Abtheilung  der  Maschinen-Halle
  mit  4  Atm.  Ueberdruck  und  300'  Kolbengeschwindigkeit.
John  Derham,  Blackburn,  brachte  zwei  Maschinen  zur  Ausstellung, ­
  welche  sich  durch  manche  eigenthümliche  und  interessante ­
  Construction  der  Details  bemerkbar  machten*).
The  Reading  Iron  Works  Company  exponirte  in  der  westlichen ­
  Agricultur-Halle  eine  Reihe  kleiner  stationärer  Dampf-Maschinen
  von  1  bis  4  Pferdekraft,  welche  sich  durch  extremste
Einfachheit  in  Anordnung  und  Construction  auszeichneten.  Es
*)  Die  Maschine  ohne  Condensation  hat  16"  Diameter,  36"  Hub  und
bei  5  Atm.  Ueberdruck  330'  Kolbengeschwindigkeit;  die  Maschine  mit  Condensation ­
  bei  sonst  gleichen  Grössen  18"  Diameter.  Während  die  erstgenannte
Maschine  mit  gewöhnlicher  Meier’scher  Steuerung  versehen  ist,  hat  die  letztere ­
  eine  ganz  originelle  Schieber-Anordnung.  In  dem  oberhalb  des  Cj'linders
liegenden  Schieberkasten  haben  nämlich  die  auf  den  Vertheilungs-Schiebern
gleitenden  Expansions-Schieber  eine  zu  jener  der  ersteren  normale  Bewegung.
Die  Schieber-Kanäle  sind,  in  soferne  es  sich  aus  dem  ganzen  Mechanismus
erkennen  lässt,  schiel  gestellt,  da  der  Regulator  nur  in  der  Weise  auf  die
Expansion  einwirkt,  dass  er  durch  ein  umständliches  Räderwerk  die  Voreilung ­
  der  Expansions-Schieber  ändert.  Diese  Schieber-Anordnung  mag  ihrem
Zwecke  recht  gut  entsprechen;  doch  spricht  die  Complicirtheit  derselben
lebhafter  als  manche  andere  zu  Gunsten  der  Ventilsteuerungen.  Eine  hübsche
Construction  haben  die  Kolben  der  genannten  Maschinen,  welche  zwei  auf
einander  liegende  gusseiserne  Dichtungsringe  besitzen,  deren  Querschnitte
dem  eines  Winkeleisens  ähnlich  sind.  Durch  einen  schraubenlinienartig  gekrümmten ­
  Spannring  werden  dieselben  sowohl  nach  aussen  gegen  die  Cylindorwandung
  als  auch  nach  oben  und  unten  gegen  die  Deckel  des  Kolbens
gedrückt  und  dieser  Anschluss  durch  den  Hin-  und  Hergang  des  Kolbens
noch  verstärkt.  Auch  die  Luftpumpe  ist  mit  einer  gleichen  Kolbendichtung
versehen.
            
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