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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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hingeführt, damit sämmtliohe der Behandlung ausgesetzte Theile 
in gleicher Weise vertieft werden. 
Eine dicke gusseiserne Patrone dient für 100 3 / n ." 
tiefe Schnitte in Marmor und wird dieselbe bis Dicke ab 
genützt. Schmiedeiserne Patronen dauern ungefähr viermal länger 
als gusseiserne. Ungleich dauerhafter sind aber Patronen aus 
Kautschuk, welche, dem Sandstrom anhaltend ausgesetzt, so lange 
dauerten, bis die 200fache Dicke erreicht war. 
Bei einer Dampfwirkung von circa 100 Pfd. Druck ist der 
Schnitt-Effect per Minute circa 1 */„ Kubikzoll auf Granit, 4 Kbz. 
auf Marmor und i0 Kbz. auf weichen Sandstein*). 
Maschinen zur Bearbeitung des Holzes und der Metalle. 
Die in den einzelnen Gallerien sowie mehreren Pavillons 
der Ausstellung vorgeführten Eisen-Producte, deren Behandlung, 
*) Um zartere Wirkungen hervorzubringen, wird, wie schon erwähnt, 
das Windgebläse statt des Dampfes in Anwendung gebracht. Sand, getrieben 
von einem Luftstrom von 4" Wassersäule, wird eine Glasfläche in 10 Secunden 
vollständig matt machen Bedeckt man das Glas mit einer Papier- oder 
Spitzen-Patrone oder mit einer Zeichnung aus dichtem elastischem Stoff, wie 
z. B. halbgetrocknetes Oel, Farbe oder Gummi, so wird das Bild auf der 
Oberfläche gravirt erscheinen. Auf diese Weise wurden auch Photographien 
feiner Kupferstiche, in chromsaurer Gallerte ausgeführt, vollkommen treu auf 
Glas übertragen. In photographisch nach der Natur aufgenommenen Bildern 
in Gallerte erzeugt Licht und Schatten gewisse Gallert-Häutchen von ver 
schiedener Dicke. Wird nun der Sandstrom gehörig regulirt, so wirkt er auf 
das Glas unterhalb dieses Häutchens mit mehr oder weniger Kräftigkeit, je 
nach deren Dicke, und es werden sonach die halben Farbentöne oder die 
Licht- und Schatten-Grade auf dem Glase wiedergegeben, Von dieser Glas 
platte so zubereitet, kann dann ein Elektrotjp auf einer gewöhnlichen 
Druckerpresse abgedruckt werden und so das Bild zur Vervielfältigung ge 
langen. 
Man sieht hieraus, dass die Anwendung des Sandstromes, auf diese 
Weise benützt, eine grosse Tragweite hat, und haben zahlreiche Versuche 
dieser amerikanischen Erfindung, um Stein, Holz, Glas, Metalle zu schneiden 
oder zu körnen oder die Vervielfältigung auf photographischem Wege ent 
standener Gegenstände zu unterstützen, die besten Erfolge gehabt, wodurch 
diespr Erfindung von B. 0. Tilghmann die vollste Anerkennung gezollt 
werden muss.
	        
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