251
Unter den vielen Arrangements, die bei Einführung von
Holzbearbeitungs-Maschinen zur Ersparnis an Zeit und Arbeit
eingeführt worden sind, hat wohl dasjenige für die schwalbenschwauzförmige
Verzahnung in Brettern am meisten Schwierigkeiten
geboten und das grösste Interesse eingeüösst.
Die schon in der Pariser Weltausstellung ausgestellte und
in Thätigkeit gesetzte amerikanische Maschine von Armstrong,
welche die Bewunderung aller Sachverständigen auf sich zog*),
war auch diesmal wieder von Robinson und Sächsische Maschineu-Fabrik
in Chemnitz vorgeführt**).
*) Ausser dieser war auch eine österreichische Zinken-Fraismaschine
von A. Ganz in Ofen, welche wegen der durchwegs neuen Anordnung und
der Gewährung mannigfacher Vortheile in der Fabrication ebenfalls die Aufmerksamkeit
der Fachleute auf sich zog. Beschreibung und Zeichnung der
Maschine finden sich in dem officiellen Berichte über die Weltausstellung
von 1867, Band 2, S. 231. Die Red.
**) Zwei mit spiralförmig eingelegten Sägen versehene, unter schiefem
Winkel zu einander stehende Scheiben, welche durch konische Räder gegenseitig
in Drehung versetzt werden, schneiden die für die Schwalbenschwänze
erforderlichen Tiefen in das Holz, und zwar vollführt die eine Säge den
rechten, die andere Säge den linken schiefen Schnitt. Ausserdem sind die
Sägen am einen Ende etwas umgebogen, um während des Eindringens am
unteren Ende des Schwalbenschwanzes den quergehenden Schnitt hervorzubringen
Durch die Fortbewegung des Tisches, auf dem das Brett aufgeklammert
ist, werden die betreffenden Zähne oder Ausschnitte in gewünschter
Entfernung von einander gemacht. Dm die Zähne statt der Ausschnitte zu
verfertigen, bedarf es nur einer Umdrehung der Scheiben um 180“ und die
Maschine ist für diese Arbeit hergerichtet.
Es bedarf bei dieser Maschine wohl keines (Jommentars, dass sie nur
für eine massenhafte Production, hauptsächlich von Kisten, ihre Anwendung
finden wird
Diese Chemnitzer Zinken-Fraismaschine besteht darin, dass vier in
einem Schlitten gelagerte Messerköpfe mit ihren Messern, welche sehr schnell
rotiren, durch die Auf- und Abbewegung desselben, die Zinken oder Ausschnitte
in das vorne befestigte Brett einfraisen. Die schiefe Richtung der
Schwalbenschwanz-Linien wird dadurch hergestellt, dass beim Heben des
Messerschlittens durch einen Stift ein Hebel gedreht wird: eine damit in
Verbindung stehende Schraube vollbringt einen Theil ihrer Drehung und
erhalten die damit verbundenen Messerköpfe eine seitliche Bewegung, wodurch
beim Heben des Schlittens eine schiefe Fläche angefraist wird. Mit
dieser Maschine ist man auch im Stande, einerseits verdeckte schwalben-