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Full text : Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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Unter  den  vielen  Arrangements,  die  bei  Einführung  von
Holzbearbeitungs-Maschinen  zur  Ersparnis  an  Zeit  und  Arbeit
eingeführt  worden  sind,  hat  wohl  dasjenige  für  die  schwalbenschwauzförmige ­
  Verzahnung  in  Brettern  am  meisten  Schwierigkeiten ­
  geboten  und  das  grösste  Interesse  eingeüösst.
Die  schon  in  der  Pariser  Weltausstellung  ausgestellte  und
in  Thätigkeit  gesetzte  amerikanische  Maschine  von  Armstrong,
welche  die  Bewunderung  aller  Sachverständigen  auf  sich  zog*),
war  auch  diesmal  wieder  von  Robinson  und  Sächsische  Maschineu-Fabrik
  in  Chemnitz  vorgeführt**).
*)  Ausser  dieser  war  auch  eine  österreichische  Zinken-Fraismaschine
von  A.  Ganz  in  Ofen,  welche  wegen  der  durchwegs  neuen  Anordnung  und
der  Gewährung  mannigfacher  Vortheile  in  der  Fabrication  ebenfalls  die  Aufmerksamkeit ­
  der  Fachleute  auf  sich  zog.  Beschreibung  und  Zeichnung  der
Maschine  finden  sich  in  dem  officiellen  Berichte  über  die  Weltausstellung
von  1867,  Band  2,  S.  231.  Die  Red.
**)  Zwei  mit  spiralförmig  eingelegten  Sägen  versehene,  unter  schiefem
Winkel  zu  einander  stehende  Scheiben,  welche  durch  konische  Räder  gegenseitig ­
  in  Drehung  versetzt  werden,  schneiden  die  für  die  Schwalbenschwänze
erforderlichen  Tiefen  in  das  Holz,  und  zwar  vollführt  die  eine  Säge  den
rechten,  die  andere  Säge  den  linken  schiefen  Schnitt.  Ausserdem  sind  die
Sägen  am  einen  Ende  etwas  umgebogen,  um  während  des  Eindringens  am
unteren  Ende  des  Schwalbenschwanzes  den  quergehenden  Schnitt  hervorzubringen ­
  Durch  die  Fortbewegung  des  Tisches,  auf  dem  das  Brett  aufgeklammert ­
  ist,  werden  die  betreffenden  Zähne  oder  Ausschnitte  in  gewünschter
Entfernung  von  einander  gemacht.  Dm  die  Zähne  statt  der  Ausschnitte  zu
verfertigen,  bedarf  es  nur  einer  Umdrehung  der  Scheiben  um  180“  und  die
Maschine  ist  für  diese  Arbeit  hergerichtet.
Es  bedarf  bei  dieser  Maschine  wohl  keines  (Jommentars,  dass  sie  nur
für  eine  massenhafte  Production,  hauptsächlich  von  Kisten,  ihre  Anwendung
finden  wird
Diese  Chemnitzer  Zinken-Fraismaschine  besteht  darin,  dass  vier  in
einem  Schlitten  gelagerte  Messerköpfe  mit  ihren  Messern,  welche  sehr  schnell
rotiren,  durch  die  Auf-  und  Abbewegung  desselben,  die  Zinken  oder  Ausschnitte ­
  in  das  vorne  befestigte  Brett  einfraisen.  Die  schiefe  Richtung  der
Schwalbenschwanz-Linien  wird  dadurch  hergestellt,  dass  beim  Heben  des
Messerschlittens  durch  einen  Stift  ein  Hebel  gedreht  wird:  eine  damit  in
Verbindung  stehende  Schraube  vollbringt  einen  Theil  ihrer  Drehung  und
erhalten  die  damit  verbundenen  Messerköpfe  eine  seitliche  Bewegung,  wodurch ­
  beim  Heben  des  Schlittens  eine  schiefe  Fläche  angefraist  wird.  Mit
dieser  Maschine  ist  man  auch  im  Stande,  einerseits  verdeckte  schwalben-
            
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