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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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Aehnliche Hämmer, und zwar die kleineren, nur selbst 
tätig, doch doppelwirkend, stellte Massey in Manchester aus; 
die grösseren haben ausserdem Handsteuerung. 
Besonders einfache Selbststeuerung hatten die Dampf- 
Hämmer von Twaites & Carbutt (Vulcan Tron Works) in Brad 
ford, von welchen ein Stahlschmied-Hammer von 7 Ctr. beson 
ders hervorragte *). 
Zwei andere Stahlschmied-Hämmer mit gedeckter Steuerung 
von Brinkmann & Comp, in Witten a. d. Ruhr, und zwar ein 
doppelwirkender mit einfachem Ständer, und ein doppelwirkender 
mit zweitheiligem Ständer sind besonders hervorzuheben**). 
Die Chemnitzer Werkzeug-Maschinenfabrik, vormals Zimmer 
mann, hat ebenfalls einen kleinen, doppelwirkenden iy 2 -Centner- 
sondern sich auch drehen können und auf diese Weise den Dampfzutritt 
regulären. Der Dampf strömt durch ein regulirbares Drossel -Ventil in den 
runden Ventil-Kasten und regulirt sich von selbst, sobald ein Schlag voll 
endet ist. Durch Anwendung von Oberdampf bei diesen Hämmern lässt sich 
bei 200 Schlägen per Minute jeder der Grösse des Hammers angemessene 
Gegenstand mit einer Hitze bequem ausarbeiten. 
*) Der Ständer desselben ist zweitheilig. Speciell für die Stahlbearbei 
tung gebaut, macht derselbe 300 Schläge per Minute bei einer Dampf 
spannung von 4 Atmosphären. In Folge dieser grossen Geschwindigkeit 
musste der Hammer selbsthätig sein; derselbe ist aber auch so eingerichtet, 
dass auch von Hand gesteuert werden kann. Mittelst des dazu dienenden 
Handhebels wird auch zugleich der Hub des Kolbens durch ein Kolben- 
Ventil regulirt, während zwei andere Hebel am Hammer mit zwei Separat- 
Ventilen in Verbindung stehen und den Dampfzn- und Austritt in den 
. Dampf-Cylinder reguliren. 
**) Von beiden Hämmern, zum Schmieden des Stahles ausschliesslich 
geeignet, hat der eine einen constanten, der etwas grössere einen variablen 
Hub. Der letztere bei einem Gewichte von 8 Ctr., einem Cylinder-Durch- 
messer von IO 1 /," und einem grössten Hube von 18“, macht 200 Schläge per 
Minute und erfolgt die Steuerung selbstthätig durch einen Kolbenschieber 
mittelst eines mit dem Hammergewicht sich auf- und abbewegenden Hebels, 
der auf ein Gestänge wirkt, das mit dem Schieber in Verbindung steht; der 
veränderliche Hub wird durch einen Handhebel hervorgebracht, der mit 
obigem Gestänge beim Schieberkasten communicirt. Die Grundplatte dos 
Hammers bildet zugleich den Amhos und ist der eigentliche Hammer auf 
dieser Platte aufgeschraubt.
	        
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