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Full text : Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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Die  Aneroid-Barometer  haben  auch  zu  Barographen  ihre
Verwendung  gefunden.  Nicht  nur  hat  Goldschmidt  sein  Aneroid
sehr  bequem  als  Keise-Barographen  von  sehr  kleinem  Volumen
(der  ganze  Barograph  nicht  mehr  als  y 8  Cuhikfuss)  mit  laufender
Papierrolle  undUhrwerk  versehen,  sondern  auch  Pillischer  aus
London  benützte  das  gewöhnliche  Vidi’sche  Barometer  in  einem
16"  Durchmesser  grossen  Exemplare  zur  Herstellung  eines  grossen
Barographen  oder  vielmehr  „Barometrographen“,  wie  er  selber
das  Instrument  benennt.  Ein  ziemlich  grosser  Regulator  mit
Seeuudenpendel  dient  als  Zeitmesser  und  dreht  zugleich  einen
senkrechten  Cylinder  um  seine  fixe  Axe,  auf  welchen  sich  die
Schwankungen  des  Aneroids  in  Curven  abzeichnen.  Daneben
kann  die  Ablesung  unmittelbar  in  Linien  und  Millimetern  geschehen ­
  vermittelst  zweier  Stifte,  die  durch  Ketten-Uebertragung
sich  bewegen.
Die  Ausführung  der  Arbeit  war  prachtvoll  und  machte
einen  sehr  soliden  Eindruck.
Dr.  Paugger’s  Barograph,  der  aus  zehn  Vidi’schen  Dosen
besteht,  deren  Niveau-Veränderungen  sich  summiren  und  dann
mittelst  Hebel-Uebertragung  verzehnfacht  sich  einfach  registriren,
war  nicht  mehr  rechtzeitig  zur  Ausstellung  gekommen.  Die  Anfertigung ­
  derselben  hatte  der  sehr  intelligente  und  geschickte
Mechaniker  Müller  in  Triest  (Gasa  Oesterreicher,  Lazz.  vecchio)
übernommen  und  ausgeführt.  Die  Kegistrirungsmethode  bietet
weiter  keine  besonderen  Abweichungen,  doch  ist  nicht  zu  zweifeln, ­
  dass  dieses  äusserst  einfache  Instrument  sich  bewähren
wird.  Paugger  bringt  seinen  Barographen  mit  einem  ebenfalls
von  ihm  neu  erfundenen  Thermographen  in  Verbindung,  den
wir  später  abhaudeln  werden.

erstenmale  auf  eine  grössere  Ausstellung  gebrachte  Instrument.  Wir  selber
haben  schon  früher  mit  diesem  Aneroide  Proben  gemacht  und  haben  gefunden, ­
  dass  bei  einer  richtigen  Anwendung  und  genauer  Beduction  der  Ablesung
die  erhaltenen  Werthe  sehr  richtig  sind,  doch  mussten  wir  uns  sowohl  für
die  Barometerhöhe  als  auch  für  die  Correctur  der  Temperatur-Einflüsse  eine
vollkommen  neue  Tabelle  anfertigen,  da  die  von  Goldschmidt  selbst  dein
Instrumente  mitgegebene  ganz  unrichtig  war-
            
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