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Die Blitzableiter haben seit jener Zeit (ausgenommen die
an Telegraphenlinien angebrachten, die eine ganz eigene Behand
lung erheischen) sich sehr wenig geändert. Ein Fortschritt der
Theorie, mit dem leider die Praxis oft in bedenklichem Wider
spruche steht, ist es, dass man sich darüber klar gemacht hat,
dass zu schützende Objecte iii ihrem ganzen Umfange mit dem
Blitzableiter zu verbinden, nie aber zu isoliren sind. Der von
Anderwaldt in Triest eonstruirte Blitzableiter hat die
grosse Leitungsoberfläche in seinen vielen Kupferdrähten, doch
wer erkennt nicht sofort Procop Diwitsch’s schon 1754 auf
gestellte Blitzstange in ihm?
Einen neuen Apparat zur Absehung der atmosphärischen
Elektricität durch Divergenz von Goldblättchen an einer nassen
Säule und mit Mikrometer-Ablesung (Professor Hankel) hat
Stöhrer in Leipzig ausgestellt.
B. Elektrische Säulen.
Seit der Entdeckung der galvanischen Elektricität und der
ewig denkwürdigen Construction der Volta’schen Säule durch
diesen hervorragenden und in grossartiger Weise gefeierten Helden
der Wissenschaft hat dieser Zweig nicht aufgehört, in ausgedehn
tester Weise Fortschritte zu machen, und wohl keine andere
Disciplin ist von solch umgestaltender Wirkung für die Gesell
schaft geworden wie diese. Der Ausgangspunct aller dieser Er
findungen ist Volta’s Säule, die er später selbst in den Trog-
Apparat um wandelte und so der spätem und modernen Form der
hydro-galvanisehen Elemente näherte. Ihm folgten Behrens in
Deutschland und Zamboni in Verona mit trockenen, sehr lange
stromgebenden Papiersäulen.
Doch konnte der so erhaltene zu geringe Strom, der noch
dazu aus bekannten Ursachen bald versiegen musste, den An-
Jedenfalls dürfte der von ihm erfundene und 1754 unweit seiner Wohnung
aufgestellte Blitzableiter der erste seines Zeichens in Europa gewesen sein.
Aberglaube und Unwissenheit der Landbevölkerung zwang ihn, denselben
1756 wieder zu entfernen.