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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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Die Blitzableiter haben seit jener Zeit (ausgenommen die 
an Telegraphenlinien angebrachten, die eine ganz eigene Behand 
lung erheischen) sich sehr wenig geändert. Ein Fortschritt der 
Theorie, mit dem leider die Praxis oft in bedenklichem Wider 
spruche steht, ist es, dass man sich darüber klar gemacht hat, 
dass zu schützende Objecte iii ihrem ganzen Umfange mit dem 
Blitzableiter zu verbinden, nie aber zu isoliren sind. Der von 
Anderwaldt in Triest eonstruirte Blitzableiter hat die 
grosse Leitungsoberfläche in seinen vielen Kupferdrähten, doch 
wer erkennt nicht sofort Procop Diwitsch’s schon 1754 auf 
gestellte Blitzstange in ihm? 
Einen neuen Apparat zur Absehung der atmosphärischen 
Elektricität durch Divergenz von Goldblättchen an einer nassen 
Säule und mit Mikrometer-Ablesung (Professor Hankel) hat 
Stöhrer in Leipzig ausgestellt. 
B. Elektrische Säulen. 
Seit der Entdeckung der galvanischen Elektricität und der 
ewig denkwürdigen Construction der Volta’schen Säule durch 
diesen hervorragenden und in grossartiger Weise gefeierten Helden 
der Wissenschaft hat dieser Zweig nicht aufgehört, in ausgedehn 
tester Weise Fortschritte zu machen, und wohl keine andere 
Disciplin ist von solch umgestaltender Wirkung für die Gesell 
schaft geworden wie diese. Der Ausgangspunct aller dieser Er 
findungen ist Volta’s Säule, die er später selbst in den Trog- 
Apparat um wandelte und so der spätem und modernen Form der 
hydro-galvanisehen Elemente näherte. Ihm folgten Behrens in 
Deutschland und Zamboni in Verona mit trockenen, sehr lange 
stromgebenden Papiersäulen. 
Doch konnte der so erhaltene zu geringe Strom, der noch 
dazu aus bekannten Ursachen bald versiegen musste, den An- 
Jedenfalls dürfte der von ihm erfundene und 1754 unweit seiner Wohnung 
aufgestellte Blitzableiter der erste seines Zeichens in Europa gewesen sein. 
Aberglaube und Unwissenheit der Landbevölkerung zwang ihn, denselben 
1756 wieder zu entfernen.
	        
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