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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

Die Anzahl der bis jetzt construirten verschiedenen nassen 
Elemente geht hoch in die Hunderte und gehen verschiedene 
Bücher (Dub’s Abhandlungen über die neuere Telegraphie) hier 
über Auskunft. 
Die Flüssigkeit der Säulen und der dadurch hervorgerufene 
chemische Process sind keineswegs unentbehrliche Bedingungen 
für die Entstehung des elektrischen Stromes, wie wir ja schon 
in der Elektrisir - Maschine sehen. Schon Seeheck hat 1822 
bemerkt, dass, wenn man aus zwei heterogenen Metallen einen 
geschlossenen Kreis herstellt und an den Contactstellen ver 
schiedene Temperaturen erzeugt, im Metallringe ein elektrischer 
Strom circulirt. Solche durch die Temperatur-Differenz hervor 
gerufene Ströme haben wir in den Thermo Säulen. Seit See 
beck ist eine ganze Beihe von Thermo-Säulen mit mehr oder 
weniger Glück und Erfolg construirt worden und haben nament 
lich die beiden in der österreichischen Abtheilung ausgestellten 
(die eine schon in Paris vonPisco beschrieben) Thermo-Säulen 
von Marcus & Noe (beide in Wien), die allgemeine Aufmerk 
samkeit erregt*). 
Dem Wiener Mechaniker Marcus gebührt das Verdienst 
der Beobachtung, dass Legirungen in der elektrischen Beihe 
weiter ahstehen können als ihre Componenten, und darauf gründet 
sich seine (aus Kupfer (10), Zink (6) und Nikel (6) positiv und 
Antimon (12), Zink (5) und Wismuth negativ) ausserordentlich 
*) Da die gewöhnliche Wärme, besonders wo man Uas zur Disposition 
hat, eine viel billigere Kraftquelle ist, als die der Oxydation des Zinkes, 
so ist es namentlich iu Fällen, wo man für nicht zu lange Dauer und unter 
fortwährender Aufsicht sehr kräftiger Ströme bedarf, von grossem Vortheil, 
solche Thermo-Säulen zu verwenden. Da die Stärke des Stromes auch von 
der Differenz der Temperatur, mithin bei eonstanter Erwärmung von der an 
dem andern Pol-Ende angebrachten Kühlung abhängt, so erfordert eine solche 
Thermo-Säule eine beständige Wartung und ändert auch vielfach die Stioni 
stärke. Ihre Anwendung beschränkt sich deshalb mehr auf die wissenschaft 
lichen Versuche. Zu ihrer zweckmässigen Herstellung müssen vorzüglich die 
nachstehenden Principien befolgt werden: 1. müssen die Metalle in der elek 
trischen Spannuugsreihe möglichst weit abstehen; 2. um grosse Temperatur- 
Differenzen vertragen zu können, möglichst hohe Schmelzpuncte haben, und 
3. natürlich nicht zu kostspielig sein.
	        
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