MAK

Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

334 
mener Weise abzulenken; doch scheiterte auch dieser Vorschlag 
an der Zahl der Leitungsdrähte. 
Hiernach entwarf der aus deutscher Familie stammende 
russische Staatsrath Schilling vou Cannstadt 1832 einen Tele 
graphen mit blos 5 Nadeln und vereinfachte denselben sogar 
später noch auf eine einzige Nadel; er starb 1837, ohne sein 
Project ausgeführt zu sehen. 
Doch sah Fothergill Cooke 1836 einen Schilling’schen 
Telegraphen in Heidelberg, und ward dadurch veranlasst, sich 
ganz dem Telegraphenwesen zu widmen. 
Im Jahre 1833 wurde von den Professoren Gauss & Weber 
in Göttingen ein Nadel-Telegraph im Grossen ausgeführt und 
blieb mit mancherlei Modificationen bis 1838 im Betriebe. 
Erst Professor Carl August Steinheil richtete den Nadel- 
Telegraphen zu einem Schreib- und Druck-Telegraphen 
ein und telegraphirte im Juli 1837 von München nach der drei 
Viertel Meilen entfernten Sternwarte Bogenhausen. Seine Schrift 
bestand in Puncten, die sich auf zwei in verschiedener Höhe 
liegenden Zeilen befanden, wie dies an der Stelle der Morse’schen 
Linien von anderen und gerade jetzt wieder von Jaite in seinem 
Telegraphen eingeführt worden ist. Von Steinheil stammt 
auch die 1838 gemachte Beobachtung, dass der Strom durch die 
Erde rückgeleitet werden kann, wodurch die zweite Drahtleitung 
erspart wird. 
In England nahmen 1837 Cooke & Weatstone ein Patent 
auf ihren Nadel-Telegraphen mit 5 Nadeln und 5 oder 
6 Leitungsdrähten; ihre erste praktische Ausführung wurde je 
doch wegen zu grosser Spesen bald wieder aufgegeben. Doch 
sind die Nadel - Telegraphen mit 1 oder 2 Nadeln in England 
bis in neuester Zeit in Gebrauch geblieben, wenngleich sie keine 
bleibenden Zeichen geben, und ist ihre Anwendung in vielen 
Fällen sehr empfehlenswerth, da sie sehr einfach zu handhaben 
sind und bei ihrer sehr grossen Empfindlichkeit sich für schwache 
Ströme besonders eignen. Die historische Abtheilung zeigt uns 
den von Siemens 1849 gebauten Doppelnadel-Telegra 
phen und bei Siemens Brothers in der englischen Abthei-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.