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Es ist ein Verdienst des Prof. Hughes, dessen Druck-
Telegraphen in seinen Arbeiten Alle kennen (es ist jener Tele
graph, von dem die bei uns ausgegebenen gedruckten Telegramme
stammen), zuerst an die Stelle der elektrischen Kraft zur Bewe
gung der Maschine, eine andere z. B. ein Gewicht oder eine Feder
gesetzt zu haben. Wie in einer Uhr das Pendel, so wirkt hier
die elektrische Kraft einfach als Auslösung; der Rest wird so
dann durch irgend ein Uhrwerk vollführt, welches durch dies
Gewicht, resp. Feder, in Bewegung gebracht wird.
Diesen sehr bedeutenden Fortschritt hat auch Jaite seinem
Telegraphen zu Grunde gelegt.
Es ist uns hier nicht möglich den ganzen Jaite’schen
Telegraphen genau zu beschreiben, wir begnügen uns, die
Grundidee zu geben: der vom Berliner Mechaniker Gnrlt
sehr schön ausgeführte Apparat, der im ersten Augenblicke sehr
complieirt zu sein scheint, zerfällt bei genauerer Betrachtung
einfach in zwei Morse-Apparate, von welchen jeder seinen eigenen
Stift bewegt.
Die beiden Apparate sind so gegen einander symmetrisch
aufgestellt, dass die zwei Stifte nebeneinander stehen, resp. ihre
Zeichen auf der Länge des Papierstreifens bei gleichzeitigem
Aufschlagen senkrecht über einander zu stehen kommen. Ausser
dem geschieht das Zeichengeben nicht durch Reliefschrift, son
dern durch Lochen des Papierstreifens, ein Verfahren, das, wenn
wir nicht irren, schon von Bain vorgeschlagen, den Vortheil
besitzt, sicherere Zeichen zu geben, und da gleichzeitig selbst
bis 6 Streifen gelocht werden können, für das Copiren grössere
Bequemlichkeit bietet. Alle Zeichen bestehen nur aus Löchern,
resp. Puncten, die so neben-, resp. übereinander zu stehen kom
men, dass sich daraus ein um sehr Bedeutendes kürzeres Alphabet
zusammenstellen lässt, als jenes der Morse-Apparate. Den beiden
Morse-Schrift-Empfängern stehen natürlich zwei Taster gegenüber
und wird daher mit beiden Strömen gearbeitet. Der elektrische
Strom besorgt jedoch nur die Auslösung oder das Echappement,
der Rest geschieht durch ein Gewicht.
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