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Wir sahen in der Ausstellung Jaite’s Apparat und sahen
ihn vom Erfinder seihst zerlegen, und wir können seine Einfach
heit nur lohen. Auch arbeitet derselbe mit sehr grosser Ge
schwindigkeit und zwar bedeutend schneller als der gewandteste
Schreiber zu schreiben im Stande ist. Wir glauben, dass gerade
die Einfachheit und Schnelligkeit der Arbeit dem Jaite’schen
Apparate eine Aussicht für die Zukunft eröffnen*).
Jaite hat sich bestrebt, die Vortheile des Hughes’schen
Telegraphen mit denen des Morse zu vereinigen, ohne die Nach
theile derselben mit aufzunehmen. Sein Apparat ist einfacher
als der von Hughes, und vermeidet den in jenem nöthigen Syn-
chronismns, benützt jedoch Hughes Idee, bezüglich der Aus
lösung u. s. vv. Doch liegt Jaite’s Verdienst noch viel mehr in
der Erfindung seines „automatischen Umschalters“ und ver
weisen wir bezüglich dieser älteren Erfindung auf Dub’s „An
wendung des Elektro-Magnetismus“ 1873 Bd. IV, aus dem wir
nebst Zetsche’s Geschichte der Telegraphie auch die historischen
Daten theilweise entlehnt haben.
Jaite’s Telegraph ist gegenwärtig in einigen Linien Nord-
Deutschlands versuchsweise im Gebrauche.
*) Wir bestreiten keineswegs das Verdienst des bekannten Hughes-
schen Typendruck - Telegraphen; er kommt dem Bestreben, die
Telegramme schon gedruckt zu liefern, von den bis jetzt im Gebrauche
gestandenen Telegraphen am ehesten nach; doch ist seine Einrichtung im
Mechanismus eine so complicirte, dass die häufigen Störungen desselben im
mechanischen Druckwerke mitunter jeder Berechnung spotten und geradezu
als Capricen bezeichnet werden müssen Dabei ist die Zerlegung des Hughes-
schen Mechanismus schwor und zeitraubend, und der zum richtigen Gange
erforderliche Synchronismus der beiden Apparate in der Aufgabs- und Em
pfangs-Station ist in der Praxis schwer herzustellen, so richtig und einfach
er in der Theorie erscheint Die vielen mitunter vollkommen sinnstörenden
Fehler und Unrichtigkeiten in den durch Hughes’sche Apparate überkom
menen Telegrammen, die meist nicht dem Telegraphisten, sondern dem
Apparate zur Last gelegt werden müssen und die jedem der verehrten Leser
mitunter unangenehm aufgefallen sind, mögen das hier Gesagte noch weiter
illustriren Eine andere dem Hughes eigene Erfindung ist das zur Reguli
rung des Ganges auch in anderen Apparaten schon eingeführte conische
Pendel und die Hufeisen-Magnete, auf denen die temporären Magnete auf
liegen.