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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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Wir sahen in der Ausstellung Jaite’s Apparat und sahen 
ihn vom Erfinder seihst zerlegen, und wir können seine Einfach 
heit nur lohen. Auch arbeitet derselbe mit sehr grosser Ge 
schwindigkeit und zwar bedeutend schneller als der gewandteste 
Schreiber zu schreiben im Stande ist. Wir glauben, dass gerade 
die Einfachheit und Schnelligkeit der Arbeit dem Jaite’schen 
Apparate eine Aussicht für die Zukunft eröffnen*). 
Jaite hat sich bestrebt, die Vortheile des Hughes’schen 
Telegraphen mit denen des Morse zu vereinigen, ohne die Nach 
theile derselben mit aufzunehmen. Sein Apparat ist einfacher 
als der von Hughes, und vermeidet den in jenem nöthigen Syn- 
chronismns, benützt jedoch Hughes Idee, bezüglich der Aus 
lösung u. s. vv. Doch liegt Jaite’s Verdienst noch viel mehr in 
der Erfindung seines „automatischen Umschalters“ und ver 
weisen wir bezüglich dieser älteren Erfindung auf Dub’s „An 
wendung des Elektro-Magnetismus“ 1873 Bd. IV, aus dem wir 
nebst Zetsche’s Geschichte der Telegraphie auch die historischen 
Daten theilweise entlehnt haben. 
Jaite’s Telegraph ist gegenwärtig in einigen Linien Nord- 
Deutschlands versuchsweise im Gebrauche. 
*) Wir bestreiten keineswegs das Verdienst des bekannten Hughes- 
schen Typendruck - Telegraphen; er kommt dem Bestreben, die 
Telegramme schon gedruckt zu liefern, von den bis jetzt im Gebrauche 
gestandenen Telegraphen am ehesten nach; doch ist seine Einrichtung im 
Mechanismus eine so complicirte, dass die häufigen Störungen desselben im 
mechanischen Druckwerke mitunter jeder Berechnung spotten und geradezu 
als Capricen bezeichnet werden müssen Dabei ist die Zerlegung des Hughes- 
schen Mechanismus schwor und zeitraubend, und der zum richtigen Gange 
erforderliche Synchronismus der beiden Apparate in der Aufgabs- und Em 
pfangs-Station ist in der Praxis schwer herzustellen, so richtig und einfach 
er in der Theorie erscheint Die vielen mitunter vollkommen sinnstörenden 
Fehler und Unrichtigkeiten in den durch Hughes’sche Apparate überkom 
menen Telegrammen, die meist nicht dem Telegraphisten, sondern dem 
Apparate zur Last gelegt werden müssen und die jedem der verehrten Leser 
mitunter unangenehm aufgefallen sind, mögen das hier Gesagte noch weiter 
illustriren Eine andere dem Hughes eigene Erfindung ist das zur Reguli 
rung des Ganges auch in anderen Apparaten schon eingeführte conische 
Pendel und die Hufeisen-Magnete, auf denen die temporären Magnete auf 
liegen.
	        
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