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Der Ketten-Schnellschriftgeber enthält anstatt der
Dose eine Gliederkette ohne Ende mit 180 Gliedern von 2.5 mm
Länge und in jedem derselben einen metallenen Stift, welcher
sich seiner Länge nach in dem Gliede mit einiger Reibung nach
links oder rechts verschieben lässt, weil dieser Apparat für
Steinheil’sche Schrift bestimmt ist. Im Uebrigen ist der Bau
des Apparates in Vielem dem Vorhergehenden ähnlich, von dem
er (er ist älteren Datums als der vorhergehende) überholt wurde*).
Der Schnelldrucker ist ein Typendruck-Telegraph, welcher
das auf einer Claviatur abgespielte und dadurch auf einer Dose
mittelst links und rechts aus derselben hervorgestossener Stifte
vorbereitete Telegramm automatisch abtelegraphirt. Das Einstellen
des Typenrades wird durch positive und negative Ströme von
gleicher Länge bewirkt, von denen die einen durch die rechts
aus der Dose vorstehenden, die andern die links vorstehenden
Stifte in die Leitung gesandt werden. Dabei ist aber ein dop
peltes Echappement am Typenrade angebracht und zwar bewegt
das durch die Ströme der einen Richtung bewegte Echappement
das Typenrad sprungweise um je vier Buchstaben auf einmal
fort, das durch die entgegengesetzten Ströme bewegte Echappe
ment dagegen lässt es nur Schritte von je einem Buchstaben
machen. Da nun die Ziffern und sonstigen Zeichen gar nicht
mit in die Claviatur aufgenommen sind, sondern durch Buch
staben ausgedrückt werden sollen, welche in ein im Voraus be
stimmtes Zeichen eingeschlossen werden, ist es möglich, das
Typenrad durch höchstens 8 Ströme auf jedes Schriftzeichen
einzustellen. Dadurch, dass das Typenrad nach jedem Abdruck
aut den Ausgangs- oder Nullpunct zurückgeführt wird, ist zugleich
verhütet, dass durch ein sich einschleichendes falsches Zeichen,
*) Bezüglich seiner nähern Einrichtung siehe: Dr. Karl Eduard Zetsche
„Mittheilungen über die in Wien 1873 von Siemens & Halske ausgestellten
neuen Telegraphen-Apparate^ von dem, sowie von Siemens lithographirten
Beschreibungen die vorstehenden kurzen Notizen über die Siemens'schen
Apparate theilweise entnommen sind; die statistischen Notizen über die
Siemens’schen Etablissements stammen gleichfalls aus directen Mittheilungen
Dr. Werner Siemens.