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Full text : Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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vom  Stapel  gelaufen  *).  Fünfzehn  andere  grosse  Schiffe  folgten
seit  jener  Zeit,  und  geben  sprechendes  Zeugniss  von  der  regen
Thätigkeit  dieser  Gesellschaft.
Was  unsere  beiden  andern  grossen  Werften  anbelangt,  so
sind  ihre  Leistungen  vorzüglich  auf  dem  Gebiet  des  Kriegs-Schiffsbaues
  zu  suchen.  Wir  werden  weiter  unten  auf  dieselben
zurückkommen.
Als  der  Bau  des  oberwähnten  Dampfers  „Austria“  begonnen
wurde,  hegte  man  grosse  Erwartungen  von  der  Theiinahme  der
inländischen  Eisen-Industrie  an  dem  Aufschwünge  unseres  Eisen-Schiffbaues.
  Den  patriotischen  Bemühungen  der  damals  leitenden
technischen  Organe  der  Lloyd-Gesellschaft  gelang  es  auch  wirklich, ­
  einen  sehr  grossen  Theil  des  Eisenbedarfes  für  dieses  Schiff
in  den  verschiedenen  inländischen  Eisenhütten  zu  decken.  Allein
die  Blicke  unserer  grossen  Eisen-Industriellen  scheinen  in  den
letzten  Jahren  so  sehr  auf  andere  Absatzquellen  gerichtet  gewesen ­
  zu  sein,  dass  sie  den  Bedürfnissen  der  maritimen  Industrie
nur  wenig  Aufmerksamkeit  zuwenden  konnten.
Die  kleineren  Werften  unseres  Küstenlandes  betreiben  noch
immer  die  Erbauung  hölzerner  Segelschiffe.  Fiume  und  Lussin-Piccolo
  zeichnen  sich  vorzüglich  durch  rege  Thätigkeit  in  diesem
Industriezweige  aus.  Das  gute  Eichenholz,  sowie  die  anerkannte
Geschicklichkeit  der  Schiffbaumeister  und  Arbeiter  sichern  auch

')  Es  dürfte  hier  am  Platze  sein,  des  jüngsten  der  im  Lloyd-Arsenale
gebauten  Schraubenschiffe,  des  als  Typus  für  die  Ostindien-Fahrer  dienenden
Waarendampfers  „Pollux“  mit  einigen  Worten  zu  gedenken.  Das  nach  den
Entwürfen  des  technischen  Directors  F.  Petke  aus  Eisen  gebaute  Schiff  ist
durch  Querwände  in  wasserdicht  abgeschlossene  Compartiments  getheilt  und
erregt  die  Aufmerksamkeit  des  Fachmannes  durch  eine  zweckmässige  Raumvertheilung,
  durch  die  Vorzüglichkeit  seiner  Maschine,  welche  ein  neues
System  von  Dampf-Erhitzung  realisirt,  sowie  durch  eine  sehr  complete  Ausrüstung, ­
  welche  diverse  Neuerungen  enthält,  als:  einen  verbesserten  Bewegungs-Mechanismus ­
  des  Steuerruders,  sowie  neue  Ventilations-Schläuche  für
die  Schiffsräume  u.  s.  w.  Das  Schiff  hat  ein  Deplacement  (Bezeichnung  für
das  äussere  Volumen  des  mit  voller  Ladung  unter  den  Wasserspiegel  gelegenen ­
  Schiffstheiles)  von  3779  Tonnen,  und  bietet  gute  Unterkunft  für
54  Passagiere,  sowie  für  eine  Bemannung  von  74  Köpfen.

Die  Red.
            
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