MAK

Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

374 
Es unterliegt keinem Zweifel, dass die moderne Technik 
noch schwerere Platten und mächtigere Geschütze zu erzeugen 
im Stande sein wird, und dass auch Schiffe gebaut werden kön 
nen, welche solche Massen auf der See zu führen im Stande 
wären. Ob aber noch lauge in dieser Richtung fortgefahren 
werden wird, oder ob nicht vielleicht jetzt schon rationelle Grenzen 
überschritten worden sind, bleibt noch eine offene Frage. Immer 
hin bilden noch die Schiffe der „Devastation“ - Kategorie die 
Ideale, nach deren Besitz die meisten Marinen sich sehnen. 
Die grösseren Panzerschiffe werden heutzutage durchgehends 
aus Eisen gebaut, und zwar vorzüglich nach dem vom englischen 
Schiffbauer Heim E. J. Reed verbesserten Längen-Constructions- 
Systeme. Auch in Oesterreich haben wir den Bau von zwei grossen 
Panzerschiffen nach diesem Systeme zu verzeichnen, nämlich 
der „Custoza“ und des „E. H. Albrecht“. Es sind diese beiden 
Schiffe würdige Repräsentanten der Leistungsfähigkeit der beiden 
grossen Triester Schiffbau-Anstalten*). „Custoza“ von 7000 Tons 
ist aut der Werfte des Triester technischen Etablissements in 
*) Es dürfte für manchen Leser nicht uninteressant sein, die in Fel 
gendem gegebenen Daten über die Bedeutung der obgenannten zwei vater 
ländischen Unternehmungen zu erhalten, deren Einrichtung heute eine so 
vollständige ist, dass sie eine Concurrenz mit den maritimen Anstalten des 
Auslandes nicht zu scheuen brauchen. 
Die bereits 1837 von Tonello gegründete Schiffswerfte S. Marco wurde 
im Jahre 1871 in die mit einem Capitale von 5 Mill. Gulden Oe. W. ge 
gründete Actien-Gesellschaft umgewandelt, und hat seit der gedachten Epoche 
eine derartige Entwicklung erreicht, dass den umfassendsten Ansprüchen auf 
die Ausführung jeder Gattung Schiffsbauten in Holz oder Eisen entsprochen 
werden kann. Hervorzuheben sind die trefflichen Einrichtungen für den Bau 
von Panzerschiffen, sowie die vorzügliche Ausstattung der Werkstätten mit 
den neuesten Hilfs- und Werkzeug-Maschinen. Die von dem Etablissement 
ausgeführten Arbeiten bestehen ausser den für Private angefertigten Handels 
schiffen und Dampfern verschiedenartigster Grössen noch in einer namhaften 
Zahl von, der k. k. Kriegs-Marine gelieferten, Kriegsschiffen, so im Jahre 
1855 die zwei Dampf-Fregatten „Adria“ und „Donau“, 1860 die 4 Kanonen 
boote „Seehund“, „Streiter“, „Rekka“ und „Wall“, 1861 die Panzer-Fregatten 
-Salamander“ und „Drago“, 1862 und 1863 „Juan d’Austria“, „Kaiser Max“ 
und „Prinz Eugen“, 1866 die Panzer-Fregatte „Erzherzog Ferdinand Max“, 
1868 S. M. Casemattschiff „Lissa“, 186:1-70 die Schrauben - Corvette „Fa- 
sana , 1870-74 die hölzerne Corvette „Donau“, die aus Eisen und Holz
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.