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Full text : Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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Sicherheit  des  Schiffes,  der  Ladung  und  der  Bemannung  anvertiaut
  bleibt.  Ein  Bruch  des  Ankers  oder  ein  ungenügendes  Fassen
desselben  am  Grunde  hat  nicht  selten  das  Scheitern  des  Schiffes
zur  unvermeidlichen  Folge*).
Dass  man  die  Schwächen  der  älteren  Anker  wohl  erkannte
und  über  bessere  Systeme  nachdachte,  beweist  die  Thatsache,
dass  vom  Jahre  1820  bis  zum  heutigen  Tag  nicht  weniger  denn
113  Patente  beim  englischen  Patent  -  Office  registrirt  wurden,
welche  sämmtlich  auf  eine  Verbesserung  der  Anker-Construction
lauteten.  Von  diesen  kamen  aber  —  kaum  glaublich,  und  dennoch
wahr  nur  vier  Systeme  zur  praktischen  Verwendung  auf  den
Schiffen  und  zwar  Capitän  liodger’s  Anker  mit  verbesserten
Armen,  Porter’s  Anker  mit  beweglichen  Armen  (erneuert  von
Trotmann),  Martin’s  Anker  mit  Selbst  -  Umlegung  und  Smith’s
stockloser  Anker  (Stoekless  anchor)  **).

*)  Die  statistischen  Daten  über  Schiifsverluste  geben  in  dieser  Richtung ­
  g al '  furchtbaren  Aufschluss,  namentlich  weisen  die  englischen  Küsten
mit  ihrer  enormen  Schiffahrtsbewegung,  ungeachtet  vortrefflicher  Küstenbeleuchtung ­
  und  vieler  Warnsignale,  die  stärksten  Ziffern  auf  (vom  1.  Jänner
bis  31.  Juli  1868  strandeten  daselbst  1110  Schiffe)  und  die  Ursache  dieser
Strandungen  lässt  sich  beim  grössten  Theile  derselben  in  der  Mangelhaftigkeit
oder  Unzulänglichkeit  der  Ankergeräthschaften  nachweisen.
**)  Die  zwei  letztgenannten  Systeme  besitzen  eine  von  den  gewöhnlichen
Ankern  abweichende  Construction  und  Ankerform,  sind  jedoch,  da  ihre  Erfinder
von  denselben  Grundsätzen  ausgegangen  waren,  unter  einander  nur  wenig
verschieden.  Die  Priorität  der  Idee  gehört  aber  unbestreitbar  Mr.  0.  Martin
an.  Sein  Anker  besitzt  zwei  aus  einem  Stücke  gearbeitete  zu  einander  parallel
liegende  Arme,  welche  beide,  indem  sie  sich  in  einem  Lager  des  Ankerschaftes ­
  bis  zu  einem  gewissen  Winkel  neigen  lassen,  am  Meeresgründe
arbeiten,  im  Gegensätze  zu  den  älteren  Ankern,  bei  welchen  nur  ein  Arm  das
Schiff  zu  halten  hatte.  Anstatt  eines  Ankerstockes  hat  Martin’s  Anker  zwei
breitgeformte  Flügel,  die  am  Kopftheile  des  Stockes  festgemacht  sind  und
am  Grunde,  besonders  wenn  Schlamm  vorhanden  ist,  die  Arbeit  der  Ankerarme ­
  unterstützen.  —  Die  Haltkraft  des  Ankers  ist  aus  diesen  Gründen
eine  sehr  hohe  und  gestattet  daher  gegenüber  andern  Systemen  eine  bedeutende ­
  Gewichts-Reduction  (50%),  welche  wieder  der  Schiffs  -  Zurüstung  und
deren  Kosten  zu  Gute  kommt.  Thatsächlich  zeigte  sich  Martin’s  Anker  bei
den  vielen  Versuchen,  welche,  um  seine  Widerstandsfähigkeit  zu  erproben,
vorgenommen  wurden,  als  der  beste  und  vortheilhafteste  Anker,  was  die
Annahme  desselben  bei  fast  allen  Marinen  zur  Folge  hatte.
            
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