MAK

Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

386 
Pumpen und Ventilatoren, 
Als interessanteste und gelungenste Objecte dieser Aus 
rüstungs-Gruppe kann man die vom Maschinen - Ingenieur Ale 
xander Friedmann in Wien ausgestellten Pumpen - Systeme 
bezeichnen. Seine in recht sinnreicher und durch decorative Aus 
stattung sehr eff'ectvoll im Marine-Pavillon vorgeführte Schiffs- 
Leckpumpe beruht auf dem Systeme der Dampf-Strahlpumpen 
(fnjectoren). Hiebei leitet ein 4zölliges Kohr den Dampf aus den 
Kesseln direct zur Pumpe, in welche er durch eine 2y 4 zöllige 
Dampfdüse gelangt. Hier wird er durch eine Anzahl anderer 
Düsen geführt, in welchen das Leckwasser allmälig erreicht wird. 
Das Wasser mengt sich mit den Dampfstrahlen und wird mit 
grosser Schnelligkeit in ein Szölliges Leitungsrohr und durch 
dieses in die See hinaus getrieben*). 
Die grosse Hilfe, welche dieser von der Dampfmaschine 
ganz unabhängige Apparat in Unglücksfällen zu leisten vermag, 
bewog mehrere Marinen, denselben auf ihren Schiffen einzuführen. 
Aehnlicherweise erging es den Fabrikanten anderer Nationen, so dass 
gegenwärtig die Eisenwerke Englands auch in dieser Branche als Sieger da 
stehen und nahezu den ganzen Bedarf an Ankerketten für alle Flotten der 
Welt liefern. 
*) Der ganze Mechanismus ist sehr einfach, nimmt etwa einen halben 
Cubikmeter Raum ein und gestattet deshalb dessen bequeme Unterbringung 
in dem Kielraum eines jeden Schiffes. Die Handhabung desselben ist leicht, 
nachdem das Oeffnen eines Dampfhahnes genügt, den Apparat sofort und 
unfehlbar in Thätigkeit zu versetzen. Am Apparate, und zwar am Aus 
strömungsrohre, ist eine Klappe angebracht, durch welche dieses Bohr für 
einige Secunden geschlossen werden kann, um den Dampf durch das Saug 
sieb, wenn dieses sich durch Unreinlichkeiten verlegt hätte, zu leiten. Wird 
die Klappe wieder geöffnet, so pumpt der Apparat das Leckwasser wieder 
in See, ohne dass eine Bewegung des Dampf-Ventiles nothwendig wird. Es 
bleibt noch zu erwähnen, dass solche Apparate in mehreren Grössen, ent 
sprechend dem Tonnengehalte der damit auszurüstenden Schiffe, erzeugt 
werden. Ing. Friedmann gibt die Leistungsfähigkeit seiner Apparate mit 
10.000 C.-F. pr. Stunde an (das grosse Pumpenwerk des Trockendocks im 
Lloyd-Arsenale fördert 100.000 C.-F. pr. Stunde), eine Quantität, welche 
unter den meisten Umständen auch für Schiffe der grössten Gattung aus 
reichen dürfte.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.