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Full text : Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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Fähigkeit  vei  sehen,  besitzt  dieses  Boot  dem  Peake’sohen  gegenüber ­
  den  grossen  Vortheil,  dass  es  leichter  und  folglich  am  Lande
transportabler  ist.  Auch  erscheint  es  im  Verhältnisse  breiter
und  bauchiger  gehalten,  was  ihm  eben  eine  noch  grössere  Stabilität ­
  sichert.
Aus  Niederlande  (Scheveningen)  schickte  J.  C.  Schouteil
das  Modell  eines  Kettungsbootes,  welches  alle  Eigenschaften
besitzen  soll,  um  gegen  die  stärkste  Brandung  in  See  gehen  zu
können  *).
In  irankreich**)  brachte  Gustav  Delvigne4  Kettungsgeschütze ­
  zur  Ausstellung,  und  zwar:

*)  Dies  soll  dadurch  erreicht  werden,  dass,  anstatt  der  Kuder,  zwei
durch  Händekraft  zu  bewegende  Schaufelräder  als  Motoren  des  Bootes  verwendet ­
  werden,  welche,  um  ihre  in  dem  Mittelraume  des  Bootes  befindlichen
Achsen  mittelst  Kurbeln  gedreht,  durch  zwei  zu  beiden  Seiten  der  Mittellinie ­
  des  Bootes  im  Boden  desselben  befindliche  viereckige  Oeffnungen  auf
das  Wasser  wirken  können.  Diese  Oeffnungen  sind  von  hohen  Schutzwänden
umgeben,  auf  welchen  gut  passende,  die  Schaufelräder  bedeckende  Schalen
liegen.  Breit  und  bauchig  gehalten,  mit  einer  doppelten  Reihe  von  Korkwülsten ­
  umgeben  ,  wird  das  Boot  gewiss  eine  genügende  Schwimmfähigkeit
besitzen;  Luftkästen  aber,  sowie  eine  entsprechende  Selbstentleerung  waren
an  dem  Modelle  nicht  zu  bemerken.  Dasselbe  ist  aus  Teakholz  construirt.
Mit  Hilfe  der  Ankerraketen  ist  übrigens  mit  einem  Ruderboote  die
Brandung  leicht  zu  überwinden.  Es  dürfte  daher  der  vorbeschriebene,  für
ein  Rettungsboot  etwas  complicirte  Apparat,  der  auch  nicht  die  entsprechenden ­
  Einrichtungen  für  ein  solches  besitzt,  kaum  viel  in  Anwendung
kommen.
**)  hi  Frankreich  besteht  eine  vor  ungefähr  10  Jahren  von  dem  Marine-Maler
  „Gudin“  gegründete  Privat-Gesellschaft  zur  Rettung  Schiffbrüchiger
unter  dem  Namen  „Societe  centrale  de  Sauvetage  des  naufrages“,
welche  durch  ein  Decret  vom  17.  November  1865  als  gemeinnütziges  Institut
von  der  Regierung  anerkannt  wurde  und  sich  der  lebhaftesten  Unterstützung
von  Seite  derselben  erfreut.  So  hat  das  Ministerium  der  öffentlichen  Arbeiten
auf  Staatskosten  41  Schutzhäuser  für  Rettungsboote  mit  einem  Kostenaufwands ­
  von  400.000  Frcs.  erbauen  lassen.  Ausser  den  genannten  Häusern
hat  die  Gesellschaft  noch  218  Hilfsstationen  längs  den  Küsten  Frankreichs
errichtet,  welche  den  Zoll  Wächtern  anvertraut  werden,  die  mit  Leinen-Raketen,
Schwimmgürteln  und  anderen  Rettungs-Apparaten  ausgerüstet  sind  Endlich
sind  noch  22  frei  im  Meere  stehende  Leuchtthürme  mit  Wallbüchsen  und
Holzpfeilen  zum  Abschiessen  von  Leinen  in  genügender  Menge  versehen
            
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