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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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3 m bis 4 m Sand und Schotterschichte) gab Veranlassung zur Wahl 
des bezeichneten Systemes. Die einzelnen Brunnen sind 6 m bis 9 m 
breit, 10"' bis 35 ra lang. Ihre Höhe wird durch die Mächtigkeit 
der zu durchdringenden Schichte bedingt. Bei dem successiven 
Ausweiden der Brunnen, resp. Versenken, brachen viele Brunnen, 
nahmen mehr oder weniger schiefe Lage an, und man hatte mit 
grossen Schwierigkeiten zu kämpfen, um sie in die normale 
senkrechte Lage zurückzuführen. Namentlich war dies der Fall 
bei einem nach der L änge während des Versenkens gebrochenen 
Brunnen, der nahezu umgestürzt, mit hydraulischen Pressen und 
Krähnen mit 750 Tonnen Kraftaufwand wieder in die normale 
Lage gebracht wurde*). 
Die Fundirung der zum Schutz gegen Versandungen be 
stimmten Dämme an der Ausmündung des Flusses Adour bei 
Bayonne geschah auf pneumatischem Wege. Eiserne Pfähle 
von 2 m Durchmesser und 5 ra von einander entfernt, wurden auf 
12"‘ unter Niederwasser in den sandigen Grund eingetrieben und 
mit Beton ausgefüllt. Von der Meeressohle bis 3 m unter Nieder 
wasser sind die Eisenpfähle mit Steinwürfen versichert und über 
diesen durch Gitterwerk unter einander in Verbindung gebracht**). 
*) Die Senkbrunnen-Fundirungen wurden bereits in Deutschland, und 
namentlich bei der Friedrich Franz-Bahn in Mecklenburg, bei Oldenburgischen, 
Posener und Venlo-Hamburger Bahnen, sowie im Hafen von Hamburg mit 
Vortheil angewendet; nur sind die in Bordeaux angewendeten Dimensionen 
der Bauobjecte bedeutend grösser. So kamen bei den Pfeilern der Weser 
brücke und den Quai-Mauern in Hamburg Brunnen von 178 und 174 Cubm, 
in Anwendung, während die von Bordeaux 2940 Cubm. betragen, also nahezu 
17mal grösser sind. 
Mit Ausnahme der in Hamburg verwendeten rechtwinkligen Bruunen- 
form hat man bei den anderen Bauten meistens runde Formen angewendet. 
In Bordeaux haben die Brunnen mehrere Schächte, und sind die rechtwinke 
ligen Brunnen an ihren Ecken abgestumpft. Dass bei so riesigen Dimen 
sionen ungleichmässiger Dichtigkeit des Terrains und bedeutender Versenkung 
tiefe Brüche Vorkommen, ist wohl erklärlich. Doch sind wir der Ansicht, 
eine nach unten zu konische Form hätte die Senkungen erleichtert. 
**) Die früheren aus Holzpfahlwerken und Steinwurfversicherungen errich 
teten Dämme haben den Brandungen des Meeres nicht Widerstand leisten 
können und werden nun nach und nach durch obige gewiss sehr sinnreiche 
Construction ersetzt.
	        
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