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3 m bis 4 m Sand und Schotterschichte) gab Veranlassung zur Wahl
des bezeichneten Systemes. Die einzelnen Brunnen sind 6 m bis 9 m
breit, 10"' bis 35 ra lang. Ihre Höhe wird durch die Mächtigkeit
der zu durchdringenden Schichte bedingt. Bei dem successiven
Ausweiden der Brunnen, resp. Versenken, brachen viele Brunnen,
nahmen mehr oder weniger schiefe Lage an, und man hatte mit
grossen Schwierigkeiten zu kämpfen, um sie in die normale
senkrechte Lage zurückzuführen. Namentlich war dies der Fall
bei einem nach der L änge während des Versenkens gebrochenen
Brunnen, der nahezu umgestürzt, mit hydraulischen Pressen und
Krähnen mit 750 Tonnen Kraftaufwand wieder in die normale
Lage gebracht wurde*).
Die Fundirung der zum Schutz gegen Versandungen be
stimmten Dämme an der Ausmündung des Flusses Adour bei
Bayonne geschah auf pneumatischem Wege. Eiserne Pfähle
von 2 m Durchmesser und 5 ra von einander entfernt, wurden auf
12"‘ unter Niederwasser in den sandigen Grund eingetrieben und
mit Beton ausgefüllt. Von der Meeressohle bis 3 m unter Nieder
wasser sind die Eisenpfähle mit Steinwürfen versichert und über
diesen durch Gitterwerk unter einander in Verbindung gebracht**).
*) Die Senkbrunnen-Fundirungen wurden bereits in Deutschland, und
namentlich bei der Friedrich Franz-Bahn in Mecklenburg, bei Oldenburgischen,
Posener und Venlo-Hamburger Bahnen, sowie im Hafen von Hamburg mit
Vortheil angewendet; nur sind die in Bordeaux angewendeten Dimensionen
der Bauobjecte bedeutend grösser. So kamen bei den Pfeilern der Weser
brücke und den Quai-Mauern in Hamburg Brunnen von 178 und 174 Cubm,
in Anwendung, während die von Bordeaux 2940 Cubm. betragen, also nahezu
17mal grösser sind.
Mit Ausnahme der in Hamburg verwendeten rechtwinkligen Bruunen-
form hat man bei den anderen Bauten meistens runde Formen angewendet.
In Bordeaux haben die Brunnen mehrere Schächte, und sind die rechtwinke
ligen Brunnen an ihren Ecken abgestumpft. Dass bei so riesigen Dimen
sionen ungleichmässiger Dichtigkeit des Terrains und bedeutender Versenkung
tiefe Brüche Vorkommen, ist wohl erklärlich. Doch sind wir der Ansicht,
eine nach unten zu konische Form hätte die Senkungen erleichtert.
**) Die früheren aus Holzpfahlwerken und Steinwurfversicherungen errich
teten Dämme haben den Brandungen des Meeres nicht Widerstand leisten
können und werden nun nach und nach durch obige gewiss sehr sinnreiche
Construction ersetzt.