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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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Als bedeutendes Werk ist fernere die neue Wasserstrasse 
von Rotterdam in die Nordsee zu erwähnen. 
Bekanntlich dient der Fluss Maas als die Rotterdam und 
Nordsee mit einander verbindende Wasserstrasse. Da diese 
jedoch den Anforderungen der Neuzeit aus verschiedenen Gründen 
nicht mehr entspricht, so hat man einen kürzeren Weg mittelst 
eines offenen Durchstiches ohne Schleusen, mit Benützung eines 
Strom-Armes der Maas, hergestellt. An der Ausmündung des 
selben sind grosse Dämme von 1150'" Länge, die bis zur Wasser- 
tiefe von 7.5 m in die See ragen*). 
In Deutschland verdient die von der Hamburger Bau- 
Deputation ausgestellte Anlage des Sandthor-Hafens für grosse 
Seedampfer besondere Erwähnung. 
Da der Grund bis 20 Fuss unter Null aus mit Sand durch 
zogenem Moor besteht, und dann erst die compacte Sand 
schichte beginnt, so wurden die Quaimauern mittelst Senkbrunnen 
fundirt. Die Brunnen sind rechtwinklig, haben parallel zum Quai 
eine Breite von 14' und eine Länge von 20'. Die Brunnen haben 
2' ff" starke Mauern und sind in einer Entfernung von 30 Fuss, 
Mitte von Mitte und nach unten konisch geformt**). 
fPläche, nahezu so gross, als die durch den Bau des Triester Hafens gewon 
nene Anschüttung) Ausdehnung in zwei Etagen von 1” und 5.5™ Höhe über 
Niederwasser besteht, durch Anschüttung dem Wasser abgewonnen wird. 
*) Baggerungen, gewöhnlicher Handaushub und Strömungen waren die 
Mittel, welche bei Herstellung des Kanals in Anwendung kamen. Von be 
sonderem Interesse ist hier die Anwendung von Senkstücken und Faschinen 
im grossen Maassstabe. Der ganze Dammkörper von der Sohle bis über die 
Ebbe ist mit Senkstücken ausgeführt, worauf Pfahlwerke mit Geleise-Anlagen 
angebracht sind. Der ausgestellte Querschnitt des Dammkopfes zeigt an der 
Sohle GO-, im Niederwasser 29'" Breite, und 9 Reihen Senkstücke übereinander, 
welche mit Kalkstein aus Belgien und Basalt vom Rhein belastet sind, über 
dies die Seitenböschungen reichlich mit einem Steinwurf versichert und über 
Wasser gepflastert sind. Behufs Zertheilung der Brandungswellen und Schutz 
des Pilasters ist die Oberfläche des Dammes zu beiden Seiten mit Pfahlreihen, 
die unter einander in Verbindung stehen, versehen. Zur Verhütung von' 
Versandungen der neuen Wasserstrasse dienen die natürlichen Spülströme 
durch Ebbe und Fluth, und Küstenströmungen. 
**) Der Arbeitsvorgang war ungefähr folgender: Nachdem die mit 
Dampfpumpen trocken gehaltene Baugrube bis circa 2' unter Null ausgehoben
	        
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