425
Bemerkt zu werden verdient die Belastungsmetkode mit
einem aus Eisenblech construirten Wasserbehälter, der in leerem
Zustande auf jeden aufgemauerten Brunnen aufgesetzt und mit
Wasser gefüllt wurde, circa dem Gewichte von 2 Million Pfund
entsprach und eine Senkung von 1“ bis 2" hervorbrachte.
Die Preussische Staatsbau-Verwaltung zeigt in einem
Modelle die Constructionsweise der Verlängerung des Ostmolo zu
war, wurde die Stelle, auf die ein Brunnen zu stellen kam, mit Hilfe von
Holzverschallung so tief ausgehoben (circa 7' unter Null), als es das eindringende
Wasser gestattete; dann wurde aus 3zölligen Bohlen ein rechtwinkliger,
genau die Form des Mauerwerkes besitzender Bost hergestellt und
auf demselben sofort mit der Mauerung begonnen. Sobald die Sohle der
Baugrube 2' über Null erreicht hat, wurde das Verschallungsholzwerk herausgonommen,
der Schacht ausgefüllt und dann die Brunnen zur vollen Höhe
aufgemauert. Nach genügender Erhärtung des Mauerwerkes (in ca. 4 Wochen)
begann das successive Versenken. Man hatte es hier für vortheilhaft gehalten,
zunächst das Ausheben der Erde aus den Brunnen mit Handarbeit auszuführen,
indem man das eingedrungene Wasser mit einer gewöhnlichen Handpumpe
ausschöpfte und das aufgegrabene Terrain mit Kästen aufziehen Hess.
Erst wenn der Wasser-Andrang so stark wurde, dass man mit der Handpumpe
den Brunnen nicht mehr trocken halten konnte (bei ca. 12' unter
Null), wurde mit der Maschinen-Baggerung begonnen. Der für diesen Zweck
speciell construirte Dampf-Bagger hat 4 Pferdekraft und steht mit Kessel
und allem Zugehör auf einem Wagen, der nach der Längen-Dimension des
Bauwerkes auf Schienen beweglich ist. Die verticale Bagger-Leiter schwingt
in der Richtung der kürzeren Dimension des Brunnens um die obere Trieb-Achse
der Eimerkette und ist mit dieser Achse und einem entsprechenden
Theile des Triebwerkes auf- und abwärts verstellbar. Dadurch ist es möglich,
mit dem unteren Eingriff der Eimerkette jeden beliebigen Punct in der
Grundfläche des Brunnens zu erreichen.
Zur Versenkung eines Brunnens von 12 bis 22' unter Null wurden
durchschnittlich ohne Unterbrechung 30 bis 36 Stunden gebraucht, und die
ganze Operation der Versenkung von 12 bis 22', einschliesslich der Aufstellung
des Dampf-Baggers, dauerte für jeden Brunnen 3 Tage Zur Ausfüllung
der Brunnen wurde Beton aus 2 Theilen Portland-Cement, 5 Theilen Sand
und 12 Theilen Ziegelbrocken verwendet. Die Betonirung geschah mittelst
hölzernen Kästen, deren Bodenklappen sich nicht eher öffnen, als bis sie auf
den Boden anstiessen und die Kästen wieder herausgezogen wurden.
Zwischen je zwei Brunnen sind Stichbogen-Gewölbe gespannt, welche
die Herstellung des oberen Theiles der Quai-Mauern in einer ununterbrochenen
Höhe ermöglichen. Rückwärts ist der zwischen den Brunnen verbleibende
freie Raum mit Spundwänden hinterrammt. Der obere Theil der Mauer ist
in gewöhnlicherWeise aus Ziegeln und Cementmörtel mit Haustein verkleidet
und mit Deckplatten aus Granit von 12" Stärke abgedeckt.