Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

425

Bemerkt  zu  werden  verdient  die  Belastungsmetkode  mit
einem  aus  Eisenblech  construirten  Wasserbehälter,  der  in  leerem
Zustande  auf  jeden  aufgemauerten  Brunnen  aufgesetzt  und  mit
Wasser  gefüllt  wurde,  circa  dem  Gewichte  von  2  Million  Pfund
entsprach  und  eine  Senkung  von  1“  bis  2"  hervorbrachte.
Die  Preussische  Staatsbau-Verwaltung  zeigt  in  einem
Modelle  die  Constructionsweise  der  Verlängerung  des  Ostmolo  zu
war,  wurde  die  Stelle,  auf  die  ein  Brunnen  zu  stellen  kam,  mit  Hilfe  von
Holzverschallung  so  tief  ausgehoben  (circa  7'  unter  Null),  als  es  das  eindringende
  Wasser  gestattete;  dann  wurde  aus  3zölligen  Bohlen  ein  rechtwinkliger, ­
  genau  die  Form  des  Mauerwerkes  besitzender  Bost  hergestellt  und
auf  demselben  sofort  mit  der  Mauerung  begonnen.  Sobald  die  Sohle  der
Baugrube  2'  über  Null  erreicht  hat,  wurde  das  Verschallungsholzwerk  herausgonommen,
  der  Schacht  ausgefüllt  und  dann  die  Brunnen  zur  vollen  Höhe
aufgemauert.  Nach  genügender  Erhärtung  des  Mauerwerkes  (in  ca.  4  Wochen)
begann  das  successive  Versenken.  Man  hatte  es  hier  für  vortheilhaft  gehalten,
zunächst  das  Ausheben  der  Erde  aus  den  Brunnen  mit  Handarbeit  auszuführen, ­
  indem  man  das  eingedrungene  Wasser  mit  einer  gewöhnlichen  Handpumpe ­
  ausschöpfte  und  das  aufgegrabene  Terrain  mit  Kästen  aufziehen  Hess.
Erst  wenn  der  Wasser-Andrang  so  stark  wurde,  dass  man  mit  der  Handpumpe ­
  den  Brunnen  nicht  mehr  trocken  halten  konnte  (bei  ca.  12'  unter
Null),  wurde  mit  der  Maschinen-Baggerung  begonnen.  Der  für  diesen  Zweck
speciell  construirte  Dampf-Bagger  hat  4  Pferdekraft  und  steht  mit  Kessel
und  allem  Zugehör  auf  einem  Wagen,  der  nach  der  Längen-Dimension  des
Bauwerkes  auf  Schienen  beweglich  ist.  Die  verticale  Bagger-Leiter  schwingt
in  der  Richtung  der  kürzeren  Dimension  des  Brunnens  um  die  obere  Trieb-Achse
  der  Eimerkette  und  ist  mit  dieser  Achse  und  einem  entsprechenden
Theile  des  Triebwerkes  auf-  und  abwärts  verstellbar.  Dadurch  ist  es  möglich,
mit  dem  unteren  Eingriff  der  Eimerkette  jeden  beliebigen  Punct  in  der
Grundfläche  des  Brunnens  zu  erreichen.
Zur  Versenkung  eines  Brunnens  von  12  bis  22'  unter  Null  wurden
durchschnittlich  ohne  Unterbrechung  30  bis  36  Stunden  gebraucht,  und  die
ganze  Operation  der  Versenkung  von  12  bis  22',  einschliesslich  der  Aufstellung ­
  des  Dampf-Baggers,  dauerte  für  jeden  Brunnen  3  Tage  Zur  Ausfüllung
der  Brunnen  wurde  Beton  aus  2  Theilen  Portland-Cement,  5  Theilen  Sand
und  12  Theilen  Ziegelbrocken  verwendet.  Die  Betonirung  geschah  mittelst
hölzernen  Kästen,  deren  Bodenklappen  sich  nicht  eher  öffnen,  als  bis  sie  auf
den  Boden  anstiessen  und  die  Kästen  wieder  herausgezogen  wurden.
Zwischen  je  zwei  Brunnen  sind  Stichbogen-Gewölbe  gespannt,  welche
die  Herstellung  des  oberen  Theiles  der  Quai-Mauern  in  einer  ununterbrochenen
Höhe  ermöglichen.  Rückwärts  ist  der  zwischen  den  Brunnen  verbleibende
freie  Raum  mit  Spundwänden  hinterrammt.  Der  obere  Theil  der  Mauer  ist
in  gewöhnlicherWeise  aus  Ziegeln  und  Cementmörtel  mit  Haustein  verkleidet
und  mit  Deckplatten  aus  Granit  von  12"  Stärke  abgedeckt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.