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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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Grad der Entwicklung erreicht hat, um die Concurrenz mit dem 
Auslande, sowohl in der Vorzüglichkeit der Ausführung, als 
auch in der Niedrigkeit des Preises mit Erfolg aufnehmen zu 
können. 
Der Hafenbau erfreut sich nicht derselben Pflege, wie 
der Schiffbau. Wohl zeugen die in dem Arsenal von Pola und 
in den beiden Häfen von Triest und Fiume theils vollendeten, 
theils in der Ausführung begriffenen Arbeiten von dem fortschritt 
lichen Geiste, welcher die Regierung bei dem für die Herstel 
lung der Bauten gewählten Systeme beseelt. Jedoch sind die drei 
genannten Puncte auch die einzigen der 100 Hafenplätze der 
österreichisch-illirisch-dalmatinischen Küste*), in welchen den 
Bedürfnissen dei Schiffahrt in radicaler Weise Rechnung getragen 
wird, während die Arbeiten in den restirenden Orten sich darauf 
beschränken, früher geschaffene Werke zu erhalten und im Ver 
hältnisse des zunehmenden Handels und Seeverkehres, sowie 
mit kluger Benützung der örtlichen Situation zu vergrössern. 
Eine weitere Bemerkung, welche der unbefangene Beobachter 
bei der Parallele der vom Auslande und von Oesterreich aus 
gestellten Hafenplätze machen musste, ist die, dass die Hafen 
ausrüstung**) der letzteren weit hinter der der ersten zurücksteht. 
*) Die von Oesterreich in dem Zeiträume 1750 bis 1867 für Seebauteu 
entwickelte Thätigkeit war in hervorragender Weise der venetianischen Küste 
und speciell der Lagunenstadt gewidmet. Die von der Bepublik gegen die 
Mitte des vorigen Jahrhunderts begonnenen kolossalen Marmordämme (Mu- 
razzi) wurden von der österreichischen Begierung in grossem Maassstabe 
ergänzt und fortgesetzt, da deren Erhaltung und systematische Anlage 
durch das dreifache Interesse der Schifffahrt, der Stadt und des Eeiches 
geboten waren. Bechnet man zu diesen kostspieligen Arbeiten noch die 
grossen Ausgaben, welche die Vergrösserung des Arsenals in Venedig, sowie 
die Conservirung der kleineren Hafenplätze erheischt haben, so dürfte die 
Zahl der für See-Arbeiten an der venetianischen Küste verwendeten Millionen 
eine bedeutende werden. In welchem seetüchtigen Zustande befände sich 
die heute noch zum Beiclie gehörende Küste, wenn die von Venetien ver 
schlungenen Summen ihr ausschliesslich zugewendet worden wären ! 
**) Die Herstellung von geschützten Bassins, respeetive die Einrahmung 
von Wasserflächen mit Quai- und Molomauern, ist nur ein Theil der An 
forderungen, welche die Schiffahrt an einen gut eingerichteten Hafen stellt.
	        
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