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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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so dass die Hoffnung verhanden ist, in wenig Jahren unsere 
Küste in einer den dringendsten Bedürfnissen der Schiffahrt 
entsprechenden Weise beleuchtet zu sehen. In gleichem Verhält 
nisse, wie die Anlage der Leuchten, schreitet auch die Bezeich 
nung der für die Schiffahrt gefährlichen Untiefen etc. durch 
Warnzeichen aller Art (sowohl schwimmende als auch fixe) vor 
wärts. Hervorzuheben ist, dass man bestrebt ist, bei der Anlage 
von Leuchtthürmeh und Warnzeichen soviel als möglich von den 
in dem Auslande gemachten Erfahrungen und dort als gut er 
kannten Systemen Nutzen zu ziehen. Das zum Bau der Leucht- 
thürme verwendete Material ist beinahe ausschliesslich der Stein, 
das Eisen wird ausnahmsweise nur zur Herstellung von Thürmen 
unbeträchtlicher Höhe benützt. (Als Specimen einer besonderen 
Classe von Seeleuchten sei des in Grado verankerten Leuchtschiffes 
als des ersten in Oesterreich gemachten Versuches dieser Art 
gedacht.) Die zur Verwendung kommenden Beleuchtungs- Apparate 
sind fast ausschliesslich die bekannten Fresnel’schen Linsen- 
Apparate. Als Beleuchtungs - Material wird Petroleum nur für 
die kleinen Hafenleuchten, für alle übrigen ausschliesslich Oel 
verwendet. 
Passen wir in kurzem Besinne das über die von unserem 
Staate auf dem Felde des Marinewesens entwickelte Thätigkeit 
Gesagte zusammen, so verdienen die in dem Schiffbau erzielten 
Fortschritte die wohlverdiente Anerkennung, während der zweck 
mässigen Ausrüstung unserer Hafenplätze, sowie der ausgiebigen 
Beleuchtung unserer Küstenstriche noch nicht die von der Schiff 
fahrt mit Kecht verlangte Aufmerksamkeit gezollt wird. 
Das für Dalmatien bestimmte Eisenbahnnetz wird unserer 
Kegierung die willkommene Veranlassung bieten, ausser den neu 
herzustellenden Hafen-Anlagen, die Bauthätigkeit an dem Adria 
tischen Meere auch nach den gedachten Bichtungen hin einer 
grösseren Entwicklung entgegen zu führen. Mögen die hiefür 
ergriffenen Maassregeln nur energische und den Bedürfnissen der 
modernen Schiffahrt vollkommen entsprechende sein. Dies wün 
schen wir im Interesse Gesammt-Oesterreichs und der durch die 
Meeresstrasse mit ihm verbundenen Länder. nie Red. 
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