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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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Wir haben oben die Tendenz hervorgehoben, bei der Gewin 
nung des Steines die kostspielige und ungenügende Menschenkraft 
durch die billigere und wirksamere Leistung der Maschine zu 
ersetzen. Diese Tendenz macht sich jedoch nicht nur in den 
Brüchen, wo es sich um Massen - Erzeugung handelt, sondern 
folgerichtig auch in den Ateliers geltend, deren Aufgabe in der 
Zurichtung und Ausarbeitung der zu constructiven und decora- 
tiveu Zwecken dienenden Elemente besteht. So sehen wir die 
einfachen Werkzeuge des Arbeiters durch eine ganze Keihe von 
Schneide-, Säge-, Frais-, Polir- und Hobel-Maschinen*) vertreten, 
welche das spröde und wenig fügsame Material des Steines 
beinahe mit derselben Leichtigkeit in die von der Technik ver 
langten Formen zwängen, wie das seiner Structur und dem 
organischen Baue nach ungleich gefügigere Holz. 
aualysirt und einer Prüfung auf Festigkeit etc. unterzogen werden. Die 
Dahnen haben durch billige Frachtsätze, durch Anlage von Zweigbahnen 
und besonderen Lade-Stationen, durch Errichtung von Erahnen aller Art zum 
Auf- und Abladen des Steines, alle Factoren zu paralisiren gesucht, die cs 
früher diesen wichtigen Materialien nicht gestatteten, auf grosse Entfer 
nungen concurrenzfähig zu sein. So kommt es, dass die Stein-Bezugsquellen 
für die im Umbau begriffenen Hauptstädte Frankreichs, als: Paris, Lyon, 
Bordeaux, Marseille, bis an die äussersten Grenzen des Deiches ausgedehnt 
werden konnten, um das von dem Baumeister geforderte Material zu liefern. 
Könnte das von Frankreich gegebene Beispiel nicht auch bei uns Nach 
ahmung linden, um Wien, Pest, Prag, Graz etc. den gleichen Vortheil des 
billigen Steinbezuges zu verschaffen V 
*) Diesem Umstande verdankt die Stein-Industrie in Folge der billi 
geren Erzeugung der Steinmetz-Arbeiten einen bedeutenden Aufschwung; 
— eine Wahrheit, welche wir bereits 1867 in Deutschland, Frankreich, 
Belgien zu erkennen Gelegenheit gefunden haben. Die Wiener Ausstellung 
belehrt uns nun, dass das vom Auslande gegebene Beispiel auch in Oester 
reich Nachahmung zu finden beginnt. Es sei da in erster Linie des bemor- 
kenswerthen Etablissements von Cloetta & Schwarz in Sta. Croce gedacht, 
dessen Einrichtung und Betrieb für die Steingewinnung und die fabriks- 
mässige Herstellung von Steinmetz - Arbeit mittelst Hills- und Werkzeug- 
Maschinen musterhaft zu nennen ist. Die ausgestellten Producte von Karst- 
Marmor geben nicht nur lobendes Zeugniss von der treffliehen Arbeit der 
Maschinen, sondern auch von der günstigen Beschaffenheit des Steinbruches 
(eine leider gebrochene Steinplatte von über 13 Meter Länge erregte ver 
dientes Aufsehen). Von anderen Ausstellern Oesterreichs sind wegen der
	        
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