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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

Bei dem grossen Reichthume an Stein, dessen Varietäten 
über alle Provinzen Oesterreichs vertheilt sind, kann es der vater 
ländischen Industrie nicht fehlen, nicht nur der einheimischen 
Bauthatigkeit ein schönes und billiges Material zu liefern, sondern 
auch einen wichtigen Export-Artikel zu bilden. Die Mittel hiezu 
sind: Aufwand von mehr Intelligenz für die heute grösstentheils 
noch primitive Ausbeute der Steinbrüche und grössere Benützung 
der durch die Mechanik gebotenen Hilfsmittel für die Bearbeitung 
der gewonnenen Steine, um sie in die von der Baukunst verlangte 
I orm zu bringen. Hoffen wir, dass die angedeuteten Mittel eine 
immer grössere Anwendung finden, um den oben erwähnten 
Zweck zu erreichen. 
Wir haben von den natürlichen Baumaterialien noch des 
Schielers und des Holzes zu gedenken. 
Die grossen Vorzüge des Schiefers (Festigkeit, geringes 
Gewicht, lange Dauer und Wetterbeständigkeit) machen ihn in 
erster Linie zum Eindecken der Dächer geeignet. Ausserdem 
werden noch mannigfache andere Artikel aus Schiefer gefertigt, 
zu welchen sich dieses Material wegen seiner sonstigen Vorzüge 
(schöne Färbung, Polirfähigkeit, grosse Dichtigkeit und Härte) 
eignet. Platten zu Tischen und Billards, zur Herstellung von 
Bassins, zur Pflasterung in Mosaiken, zu Stufen, Badewannen 
и. s. w. werden verfertigt; ja selbst der Künstler verachtet das 
Material nicht und macht vertiefte und erhabene Arbeiten daraus. 
Die Abfälle des Schiefers haben in der letzten Zeit Veranlassung 
zu einer neuen Industrie gegeben, indem die früher werthlosen 
Abfälle verkleinert und mit einem Bindemittel (Mastix) zu einer 
harten widerstandsfähigen Masse' verarbeitet werden, welche in 
die füi die Anwendung nöthige Form gebracht wird, als: Rinn-, 
Pflaster-, Saumsteine, Platten in Mosaik etc.*). 
vorzüglichen Arbeit der Gegenstände zu nennen: die Actien-Baugescllschaft 
für Strassen- und Brückenbau in Wien, die Collectiv-Ausstellungen der 
Kunzendorfer und Saulsdorfer Steinmetze in Schlesien, sowie der 
к. k. Ackerbau - Gesellschaft in Görz, das krainerische Landes- 
Museum in Laibach und das Municipium von Pirano. 
) Die Betheiligung der Nationen an den Schiefer-Producten war eine 
verhältnissmässig schwache, indem nur Deutschland und Oesterreich Nennens-
	        
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