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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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von Bahn-Schienen mit dem Eisen die Concurrenz aufgenomnien. 
Den Uebergang bilden die sogenannten Stahlkopf-Schienen, 
bei welchen nur die der Abnützung ganz besonders ausgesetzte 
Lauffläche aus Stahl besteht, jedoch hat die Schwierigkeit einer 
soliden, durchaus gleichmässigen Schweissung dieses Verfahren 
nicht zu ausgedehnter Anwendung kommen lassen, und man ist 
zur Herstellung der ganz aus Stahl bestehenden Schienen über 
gegangen *). 
Obschon es keinem Zweifel unterliegt, dass die Stahl- 
Schienen für die Zukunft volle Herrschaft über die Eisenschienen 
erringen werden, so darf man sich doch durch Erfahrungszahlen, 
die sich auf verhältnissmässig kurze Probezeit und beschränkte 
Versuchsreihen stützen, nicht täuschen lassen**). 
*) Auf den frequentesten Strecken der französischen Hauptbahnen sind 
mit Schienen aus Bessemer- und Marti.-Stahl umfassende Versuche dureh- 
getührt worden, aus welchen hervorgeht, dass die Grenz - Coe(fleienten für 
relative Festigkeit bei Eisen- und Stahl-Schienen sich wie 2 zu 3 verhalten, 
resp. die Stahl-Schienen bei gleichem Profil 1 '/„mal soviel Biegungswider 
stand leisten, als Eisen-Schienen. In einem noch günstigeren Verhältniss 
steht die Resistenz gegen Stosswirkungen. Neben der grösseren 'Widerstands- 
fähigheit gegen Biegung und Bruch zeigen die Stahl-Schienen, vermöge ihrer 
grösseren Homogenität in der Structur, Zähigkeit und Elasticität in der 
Faser, auch eine gleichmässigere und langsamere Abnützung an der Lauf 
fläche. Während Eisenschienen bester Qualität selten einen grösseren Verkehr 
als 20 Millionen Tons vertragen und öfters schon bei weit geringerer In 
anspruchnahme durch Plattdrücken und Längsrisse zu Grunde gehen, nützen 
sich Stahl-Schienen bei gleicher Frequenz nur um circa 1""" ab, können 
folglich, wenn nur 6 mm Maximal-Abnützung als zulässig erachtet werden, 
einem Verkehr von 120 Millionen Tons widerstehen. 
**) Um über die Dauer der Eisenbahn-Schienen positive Vergleichungs- 
puncte zu gewinnen, sind gleichzeitig alle Factoren in Rechnung zu ziehen, 
welche hierauf Einfluss ausüben. Dies complicirt und erschwert die Operation, 
weil der Factoren sehr viele sind und cs schwierig ist, die Wirkung jedes 
Einzelnen für sich getrennt zu ermitteln. Material, Art der Fabrication, 
Gewicht und Form der Schienen, Lagerung und Construction des Oberbaues, 
Richtungs-und Steigungs-Verhältnisse der Bahn und namentlich das Quantum 
der beförderten Lasten, die Belastungs-Maxima der einzelnen Achsen, die 
Fahrgeschwindigkeit und die Construction des rollenden Materiales rück 
sichtlich seiner Beweglichkeit in Curven, alle diese Elemente sind von wesent 
lichem Einfluss auf die Dauer der Schienen. Aus diesem Grunde können 
physikalische Experimente über Bruch- und Biegungsfestigkeit einzelner
	        
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