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Full text : Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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stellen,  und  so  begegnen  wir  auch,  besonders  in  England,  als  dem
Eisenland  par  excellence,  vom  Frühalter  der  Eisenbahnen  bis
heute,  einer  Unzahl  von  Patenten  und  Versuchen,  die  diesen
Zweck  anstreben.  Und  doch  ist  selbst  in  England  das  Holzschwellen-System
  das  bei  Weitem  vorherrschende  geblieben,  wenn
auch  der  stets  steigende  Holzpreis  und  Holzmangel,  mit  dem
ganzen  Gefolge  national-ökonomischer  Gründe,  mit  immer  wachsender ­
  Gewalt  dagegen  streiten.
Die  Ausstellung  hatte  theils  in  Zeichnung,  theils  in  Modellen ­
  einige  wenige  Constructionen  eiserner  Schwellen  vorgeführt.
Hievon  ist  die  bekannteste  und  bisher  am  meisten  verwendete
die  Vautherin-Sckwelle.  Dieselbe  besteht  aus  einem  sogenannten
Zores-Eisen  mit  Trapez-Form,  auf  welchem  die  Schiene  mit  Haken
und  Keilen  befestiget  wird.  Bei  ihrer  ersten  Anwendung  im
Jahre  1867  zeigte  sich  ein  stetiges  Oeifnen  der  Schenkel  vermöge
des  Druckes  der  Zuglast,  und  ist  dann  später  durch  Verstärkungen
und  Querverbindungen  diesem  Uebelstande  abgeholfen  worden.
Eine  ähnliche  Construction  hatte  Schaltenbrand  in  der
deutschen  Abtheilung  durch  Zeichnung  dargestellt.  Diese  Schwelle
ist  dadurch  entstanden,  dass  der  Constructeur  die  unten  oftene
Vautherin-Schwelle  mit  einem  Bleche  schliesst  und  so  ein  hohles,
trapezförmiges  Prisma  bildet,  welches  er  vorschlägt,  mit  Kies,
Lehm,  Sand  oder  Beton  auszufüllen.  Die  schwebenden  Stösse
werden  durch  eine  Art  winkelförmiger  Brückenlaschen,  welche
zu  beiden  Seiten  der  Stösse  auf  den  Querschwellen  aufruhen,
verbunden;  —  eine  Construction,  die  mehr  auf  Originalität  als
auf  Einfachheit  und  billige  Herstellung  Anspruch  hat.  Das  Ganze
ist  in  constructiver  Beziehung  wohl  durchdacht,  jedoch  werden
die  hohen  Herstellungskosten  dessen  Einführung  in  die  Praxis
kaum  gestatten.  Nach  den  Angaben  des  Constructeurs  beträgt
das  Eisengewicht  einer  Schwelle  sammt  dem  zugehörigen  Befestigungs-Material ­
  50  Kilogramm,  es  wird  daher  bei  den  heutigen ­
  Eisenpreisen  jede  Schwelle,  ohne  die  vorgesehene  Beton-Füllung,
  nicht  weniger  als  9  fl.  kosten.
Wenn  es  auch  unbestritten  bleibt,  dass,  besonders  in  neuerer
Zeit,  viele  sehr  anerkennenswerthe  Verbesserungen  in  der  Her-
            
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