Theil der Schienen, welcher der neutralen Faser am nächsten
liegt und demgemäss der Biegung den geringsten Widerstand
entgegensetzt. Die Winkel-Lasche ersetzt einigermaassen den
Fuss der Schiene, aber eine vollkommene Verbindung wird
durch keine Lasche hergestellt, weil in keinem Falle der durch
schnittene Kopf der Schiene ersetzt wird, also bei der Belastung
der Schiene eine Trennung der Stossflächen an den Schienen
köpfen unvermeidlich ist. Bei den schwebenden Stössen ist es
von ganz besonderer Wichtigkeit, das Losrütteln der Schrauben
muttern, resp. das Lockern der ganzen Verbindung, zu verhin
dern, und es waren auch in dieser Beziehung an der Ausstellung
mehrere Constructionen repräsentirt. Wir erwähnen die bekannten
und bereits bei verschiedenen Bahnen eingeführten Vorrichtungen
von Hohenegger, Paulus & Bonetz, welche alle im Wesentlichen
mit einander übereinstimmen und darin bestehen, dass ein mit
Einschnitten versehenes Unterlagsplättchen auf einer Seite gegen
die rechteckige Schraubenmutter aufgebogeu wird und so einem
Losdrehen derselben entgegenwirkt. Damit ist freilich der Uebel-
stand verbunden, dass mit der Zeit durch wiederholtes Auf- und
Zurückbiegen ein Abbrechen des Plättchens eintreten wird. Im
Ganzen ist aber die Construction sehr eintack, billig, überall
leicht anzubringen, und hat den Vortheil, dass man das Unter
lagsplättchen nach dem Abbrechen eines Theiles gegen eine
andere Seite der Schraubenmutter aufbiegen, daher viermal in
gleicher Weise benützen kann.
Weickum hatte in der österreichischen Abtheilung eine
Befestigungsart der Laschen ausgestellt, die das Losrütteln der
Muttern dadurch verhindern soll, dass in die Bolzenlöcher der
inneren Laschen Muttergewinde eingeschnitten werden, wodurch
schon beim blossen Einschrauben der Bolzen die Laschen fest
gehalten werden und die Bolzenmutter nur zur grösseren Sicherheit
dient *).
*) So sehr diese Proposition theoretisch begründet ist, leidet sie doch
an mehreren Uebelständen. Erstlich ist das Einschneiden der Gewinde in
die Laschen eine mit nicht unerheblichen Kosten verbundene Complication;
dann ist zu bedenken, dass das Drehen der Bolzen beim Ein- und Aus-