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MAK

Full text : Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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erwarten  dürfen,  da  englische  Neuerungen  im  Locomotivhau  in
der  Regel  sehr  rasch  bekannt  werden.  Yon  grossem  Interesse
wäre  es  immerhin  gewesen,  wenn  England  eine  Fairlie-Locomotive
und  eine  seiner  neuen  Express  -  Locomotiven  ausgestellt  hätte.
Zwei  durchaus  bewährte  Transport-Methoden  der  neuesten  Zeit,
das  Gebirgsbahn-System  nach  der  Construction  der  Rigi-Bahn
und  die  Hodgson’sche  Drahtseil-Bahn,  sowie  eine  Maschine
mit  dem  Grund’schen  Apparat  zur  Begrenzung  der  Maximal-Geschwindigkeit
  wurden  ebenfalls  vermisst.  Dafür  konnte  die
geradezu  imposante  Vertretung  Deutschlands,  Oesterreichs  und
Belgiens  entschädigen,  wobei  besonders  Belgien  durch  originelle
und  zum  Theil  genial  gedachte  Neuconstructionen  sich  hervorthat.
Ueberhaupt  hatten  die  ausgestellten  Objecte  durch  die  allgemeine
Anordnung,  die  Wahl  der  Constructionslinien  und  die  Verhältnisse ­
  im  grossen  Ganzen,  wie  in  den  Details  gezeigt,  welch  hohe
Stufe  man  heute  im  Constructionsfache  erreicht  hat.
Die  Dampf-Spannungen  sucht  man  mit  Recht  auf  das
zulässige  Maximum  zu  steigern,  denn  bei  allen  Wandlungen,
welche  die  Locomotiven  seit  ihrer  ersten  Einführung  durchgemacht
haben,  hat  nichts  zu  ihrem  stetigen  Erfolg  mehr  beigetragen,  als
die  Anwendung  grösserer  Dampfspannungen.  Zwei  Drittel  der
ausgestellten  Locomotiven  waren  für  einen  Dampfdruck  von  9  bis
10  Atmosphären,  die  Krauss’sche  und  Haswell’sche  Schmalspur-Locomotive
  sogar  für  12  Atm.  construirt.  Unter  8  Atm.  wurde
bei  keiner  der  ausgestellten  Locomotiven  herabgegangen  *).
*)  Da  man  voraussichtlich  anstreben  wird,  künftig  mit  noch  höheren
Spannungen  zu  arbeiten,  so  wird  auch  die  Fabrication  der  Kesselbleche  mit
den  gesteigerten  Anforderungen  Schritt  halten  müssen,  und  wenn  auch  die
bisherigen  Proben  mit  Stahlblechen  den  gehofften  Erwartungen  nicht
vollkommen  entsprochen,  so  werden  doch  neue  Erfahrungen  zu  neuen  Erfolgen
führen.  Man  hat,  im  Vertrauen  auf  die  Vorzüglichkeit  des  Materiales,  jedenfalls ­
  in  vielen  Fällen,  bei  Verwendung  des  Stahls  die  Blechstärken  zu  sehr
reducirt,  zugleich  aber  auch  beim  Sortiren  des  Materiales  nicht  die  genügende
Strenge  walten  lassen.  Die  Bleche  dürfen  nicht  zu  wärm  gewalzt  sein  und
müssen  nach  dem  Bohren  oder  Lochen  gut  ausgeglüht,  sorgfältig  gebogen
und  durchaus  nicht  unter  Wasserdruck  verstemmt  werden.  Die  Maschinenfabrik ­
  der  österr.  Staatsbahn  hat  bereits  50.000  Ctr.  Neuberger  Stahlbleche
zu  Kesseln  verwendet.
            
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