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MAK

Full text : Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

gewöhnliche  sind  (48.6 m  lang,  5.69"  hoch  und  9.48™  breit  in  der
Mitte).  Zur  Plaeirung  des  Thores  wurden  zu  beiden  Seiten  des
47.41"  breiten  Kanales  zwei  solide  Sehleusen-Mauern  in  Caissons
(besonders  der  grossen  Länge  und  unregelmässigen  Form  wegen
bemerkenswerth)  fundirt.
Es  möge  hier  noch  die  Erwähnung  Platz  finden,  dass  hei
den  von  Bahnen  und  vom  Aerar  über  die  Donau  erbauten  Brücken
das  von  der  Bau-Unternehmung,  Gebrüder  Klein,  A.  Schmoll
und  E.  Gärtner,  für  die  österr.-ungar.  Monarchie  patentirte,
pneumatische  Verfahren  zur  Fundirung  der  Pfeiler  ausschliesslich
angewendet  worden  ist*).

*)  Dieses  System  war  durch  ein  sehr  sorgfältig  gearbeitetes  Modell
('s  Naturgrösse)  versinnlicht.  Dasselbe  stellt  einen  Brückenbau  vor,  dessen
Fundamente  mittelst  des  pneumatischen  Verfahrens  ausgeführt  werden.  Der
eine  Strompfeiler  in  vollendetem  Zustande  mit  gemauertem  Aufbau  aus
Granit,  der  Eisen-Construction  (Fachwerk)  für  eine  eingeleisige  Bahnbrücke
von  80"  Spannweite  und  dem  Gelüste  zu  deren  Montirung.  Der  zweite
Strompfeiler  im  Stadium  der  Fundirung  mit  dem  zu  dessen  Bau  dienenden
Gerüste  und  dem  ganz  aus  Eisen  gebauten,  die  Basis  des  Pfeilers  bildenden
Caisson.  Die  Construction  dieses  Caissons  mit  der  Luftschleuse  und  dem
zweitheiligen  Schachte  für  das  Einsteigen  der  Mannschaft  und  für  die  Förderung ­
  des  Materiales  mittelst  Bagger-Apparat,  die  zur  Bewegung  des  ganzen
Mechanismus  dienende  Locomobile,  das  auf  einem  Schiffe  niontirte  Dampf-Gebläse
  zur  Zuleitung  der  comprimirten  Luft  u  s.  w.;  alle  Details  waren
in  der  durch  die  Arbeit  bedingten  Zusammenstellung  vorhanden  und  brachten
die  in  einander  greifenden  Operationen  zur  klaren  Vorstellung  —  Das  der
genannten  Bau-Unternehmung  eigenthümliche  System  der  Luftschleuse  besitzt
den  wichtigen  Vortheil,  eine  continuirliche  und  automatische  Forderung,  so
wie  Entleerung  des  Aushub-Materiales  zu  gestatten,  bei  auf  ein  Minimum
reducirten  Luftverlusten';  eine  wesentliche  Vervollkommnung  der  Apparate,
durch  welche  die  Bau-Ausführungen  bedeutend  schneller  und  billiger,  wie
bisher,  hergestellc  werden  können.  Ein  Beispiel  hiefür  bietet  die  Donau-Brücke
  der  österr.  Nordwestbahn  bei  Wien,  bei  welcher  die  19  sämmthch
pneumatisch  fundirten  Pfeiler  in  17  Monaten  (vom  Tage  der  Bau-Ein  eitung
bis  zur  gänzlichen  Aufmauerung  unter  die  Eisen-Construction)  vollendet
wurden,  trotz  des  durch  Eisgang  und  Ueberschwemmung  ausgezeichneten
Winters  von  1870-  1871.  Dieser  Raschheit  in  der  Förderung  der  übernommenen ­
  Arneiten  hat  es  die  genannte  Firma  zu  danken,  dass  sie  bereits  nicht
weniger  denn  9  Bahn-  und  Strassen-Brücken  nach  ihrem  System  fundirt
hat,  wovon  5  über  die  Donau,  2  über  den  Rhein  und  2  über  die  Elbe.
Die  Red.
            
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