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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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Italien. Hier cxponirte das kön. Ministeriuni für öffeut- 
liclie Bauten iieiasig ausgearbeitete Flusskarten, zahlreiche Pläne 
und Modelle von Regulirungen, Schleusen-Anlagen, Wehren, sowie 
sinnreiche Absperrungen zum Behufe von Land-Meliorationen, 
industriellen Anlagen mit ausführlichen Relationen und Beschrei 
bungen über die Arbeiten in den Flüssen Arno, Lambro, Po, 
Mincio, Tiber, Wildbach Quaderno und den Lagunen von Venedig. 
Wir heben von diesen zahlreichen Arbeiten als besonders 
bemerkenswert!!, hervor die im Interesse der Cultur und der sani 
tären Verhältnisse höchst wichtige Entwässerung des See’s di 
Fucino (Central-Apenninen bei Aquila) und die Trockenlegung 
der toskanischen Sümpfe an der Küste des Mittelmeeres. Die 
Ausführung der ersten Arbeit kostet über -IO Millionen Liie und 
gebührt dem Fürsten Alex. Torlonia der Ruhm, ohne Staats 
hilfe ein Werk vollendet zu haben, bei welchem es sich um 
nichts weniger, als um die Entwässerung eines 22'" tiefen See s 
mit einer Oberfläche von circa 16.000 Hectaren handelte. Zur 
Ableitung des Wassers wurde ein 6 Kilom. langer unterirdischer 
Kanal von 5.76“ Breite und 4“ Höhe hergestellt, welcher auf 
mehr als die Hälfte mit Quadern in Cement-Mörtel gelegt worden 
ist. Der Boden des trockengelegten See’s wird mittelst eines 
Sys lern es von kleinen Kanälen entwässert, zwischen welchen 4V ege 
und Fusssteige laufen*). 
Die Entwässerung der toscanischen Sümpfe, vom Civil- 
Ingenieur Alfred Baccarini in zahlreichen Plänen und Beschrei 
bungen ausgestellt, erfolgte mittelst nach dem Meere abfallender 
Kanäle, Erhöhung der tiefen Sumpfflächen durch Stauungen, 
Verhütung des Wasserzuflusses von den angrenzenden Höhen 
und Absperrung des Meerwassers **). 
*) In dem Nachbarlande Krain haben wir den Zirknitzer See mit einer 
Ausdehnung von circa '/, GMeile, dessen Zustand, wenn einer rationellen 
Entwässerung unterzogen, gewiss zu günstigen Resultaten führen würde. 
») An unseren Küsten längs der Adria gibt es Niederungen von be 
deutender Ausdehnung, beispielsweise die von Monfalcone und der Narenta. 
Sie alle warten noch auf ihre Entwässerung, um im Interesse der Cultur 
verwendet zu werden.
	        
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