— 511 —
Italien. Hier cxponirte das kön. Ministeriuni für öffeut-
liclie Bauten iieiasig ausgearbeitete Flusskarten, zahlreiche Pläne
und Modelle von Regulirungen, Schleusen-Anlagen, Wehren, sowie
sinnreiche Absperrungen zum Behufe von Land-Meliorationen,
industriellen Anlagen mit ausführlichen Relationen und Beschrei
bungen über die Arbeiten in den Flüssen Arno, Lambro, Po,
Mincio, Tiber, Wildbach Quaderno und den Lagunen von Venedig.
Wir heben von diesen zahlreichen Arbeiten als besonders
bemerkenswert!!, hervor die im Interesse der Cultur und der sani
tären Verhältnisse höchst wichtige Entwässerung des See’s di
Fucino (Central-Apenninen bei Aquila) und die Trockenlegung
der toskanischen Sümpfe an der Küste des Mittelmeeres. Die
Ausführung der ersten Arbeit kostet über -IO Millionen Liie und
gebührt dem Fürsten Alex. Torlonia der Ruhm, ohne Staats
hilfe ein Werk vollendet zu haben, bei welchem es sich um
nichts weniger, als um die Entwässerung eines 22'" tiefen See s
mit einer Oberfläche von circa 16.000 Hectaren handelte. Zur
Ableitung des Wassers wurde ein 6 Kilom. langer unterirdischer
Kanal von 5.76“ Breite und 4“ Höhe hergestellt, welcher auf
mehr als die Hälfte mit Quadern in Cement-Mörtel gelegt worden
ist. Der Boden des trockengelegten See’s wird mittelst eines
Sys lern es von kleinen Kanälen entwässert, zwischen welchen 4V ege
und Fusssteige laufen*).
Die Entwässerung der toscanischen Sümpfe, vom Civil-
Ingenieur Alfred Baccarini in zahlreichen Plänen und Beschrei
bungen ausgestellt, erfolgte mittelst nach dem Meere abfallender
Kanäle, Erhöhung der tiefen Sumpfflächen durch Stauungen,
Verhütung des Wasserzuflusses von den angrenzenden Höhen
und Absperrung des Meerwassers **).
*) In dem Nachbarlande Krain haben wir den Zirknitzer See mit einer
Ausdehnung von circa '/, GMeile, dessen Zustand, wenn einer rationellen
Entwässerung unterzogen, gewiss zu günstigen Resultaten führen würde.
») An unseren Küsten längs der Adria gibt es Niederungen von be
deutender Ausdehnung, beispielsweise die von Monfalcone und der Narenta.
Sie alle warten noch auf ihre Entwässerung, um im Interesse der Cultur
verwendet zu werden.