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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

stab = Vam.o) vereinigt, welcher neben dem Ourcquer Kanal die 
natürlichen Leitungen, die artesischen Brunnen, die Dampf- 
Pumpen und Wasser-Hebwerke, endlich die Reservoirs und das 
gesammte zur Yertheilung dienende Röhrennetz mit allen seinen 
Details enthält. Der Fachmann darf nur alle diese Linien und 
Zeichen verfolgen, welche sich auf dem grossen Plane nach 
tausendfachen Richtungen kreuzen und wiederholen, um in Kürze 
über Wesen und Einrichtung der Pariser Wasserversorgung, so 
wie über die zur Anwendung kommenden Systeme *) aufgeklärt 
zu sein. 
St. Chamond, eine französische Stadt zweiten Ranges, hat 
sich in den Jahren 1866 bis 1871 um den Preis von 1,205.000 Frcs. 
(wozu der Staat nur 200.000 Frcs. beigesteuert hat) eine natür 
liche Wasserleitung bauen lassen, deren hervorragendstes Object 
das circa 2 Millionen Cubik-Meter fassende Reservoir ist. Wir 
begnügen uns, auf die gelungene Herstellung desselben und 
namentlich auf die vom technischen Standpuncte interessante 
Anlage des den offenen Himmelteich eindämmenden Wehres von 
42 Metern Höhe hinzuweisen und heben nur das günstige pecu- 
niäre Resultat hervor, welches die Stadt mit dem W asserverkaufe 
an Private und Industrielle bereits heute erzielt hat**). 
Die von der Bau-Deputation (städtisches Bauamt) in Ham 
burg ausgestellten Gegenstände über die Stadtwasserkunst bestehen 
*1 Wir enthalten uns einer näheren Detaillirung dieser Systeme, da 
dieselben nächst dem Böhrenplane, welcher bereits einen Gegenstand der 
Ausstellung vom J. 1867 gebildet hatte, in dem durch das k. k. öster. Central- 
Comite herausgegebenen Berichte (Bd. 11, S. 385) ausführlich beschrieben 
worden sind. 
**) Pie Einnahmen aus demselben betragen (das zu Gemeindezwecken 
unentgeltlich gelieferte Wasser ist nicht gerechnet) 4% der Herstellungs 
kosten, ohne jedoch die Gesammtheit des disponiblen Quantums erreicht zu 
haben. Dazu kommt noch, dass die städtischen Gewerbe mit Rücksicht auf 
das vorzügliche, namentlich für Färbereien geeignete Wasser einen kaum 
geahnten Aufschwung genommen haben und sich demnächst eine neue Ein 
nahmsquelle in der Verwendung der Wasserkraft zum Betriebe von Weiks- 
Anlagen eröffnen wird. Möge dieses günstige und durch einheitliches Zu 
sammenwirken der betheiligten Fachmänner erzielte Resultat die vielen 
Schwesterstädte gleichen Ranges ermuthigen im Interesse ihier Bewohner 
das von St. Chamond gegebene Beispiel baldigst nachzuahmen.
	        
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