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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

der aber bei richtiger Auffassung des Gegenstandes und deshalb 
passenderer Beschickung der Ausstellung bedeutend hätte ver 
ringert werden können: wir meinen die Lückenhaftigkeit des in 
dieser Gruppe Ausgestellten. Was nützt ein mit aller Munificenz 
ausgestattetes Schulhaus, wenn es nicht ordentlich besucht wird: 
was helfen die besten Schulbücher, wenn die Lehrkräfte nicht 
genügen? Und bot die Ausstellung etwas Anderes als Lehrpläne, 
Pläne von Schulhäusern und Einrichtung derselben, Schulbücher 
und Lehrmittelsammlungen? Die Ziele sah man ausgesteckt, die 
Mittel, solche zu erreichen, lagen vor; allein es fehlten die Nach 
weise über die Resultate. Oder soll man etwa aus den exponirten 
Schülerarbeiten und Classifications-Tabellen auf die Leistungen 
einer Schule schliessen ? 
Es mag immerhin sehr schwierig sein, derartige Nachweise 
zu liefern; allein, wenn man in die Lage gesetzt werden soll, 
sich ein annähernd richtiges Bild von dem Zustande einer Schule 
zu entwerfen, so dürften solche nicht fehlen. Wohl waren viele 
Pläne von Lehr-Anstalten ausgestellt, einige Schulhäuser sogar 
baulich ausgeführt, grösstentheils waren dies Mustergebäude; 
allein wie viele solche, den Anforderungen der Neuzeit entspre 
chende Anstalten in einem Lande bereits vorhanden seien, wie 
viele noch der Neugestaltung harren, darüber fehlten die Nach 
weise. Man konnte in der Ausstellung reiche Sammlungen dei 
ausgezeichnetsten Lehrmittel sehen; wieviele Lehr-Anstalten aber 
schon auf solche Art ausgestattet seien, darüber gab kein Aus 
weis nähere Kunde. Der Special-Katalog der Collectiv-Ausstellung 
des k. k. österr. Unterrichts-Ministeriums gab z. B. an, dass im 
Schuljahre 1870-71 an den Volks-Schulen Cisleithaniens 25.250 
Lehrer beschäftigt gewesen sind; Niemand jedoch belehrte uns 
darüber, wie viele von diesen Lehrern noch der alten Schule an 
gehören, wie viele blosse Hilfslehrer seien, wie viele von ihnen 
noch in hemmender Abhängigkeit unter communalem, dermalem 
und dergleichen Drucke schmachten. 
Solche und ähnliche Daten wären zur Vervollständigung des 
Bildes nothwendig gewesen und hätten über den Stand des Un 
terrichtswesens in einem Lande gründlicher belehrt, als es die
	        
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