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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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etwas darüber sagen; die Ausstellung, obschon reichlich beschickt, 
liess kaum mehr als den Schluss zu, dass in der Schweiz fieissig 
und schön gearbeitet und daneben viel gesungen wird. Und doch 
ist es bekannt, dass das Unterrichts wesen in der Schweiz (die 
Süd-Cantone Tessin und Wallis etwa ausgenommen) mit dem 
deutschen auf ziemlich gleicher, also auf hoher Stufe steht. Es 
lagen wohl statistische Ausweise vor, Schulbücher und andere 
Lehrmittel waren ausgestellt, sogar ein schweizerisches Muster- 
Schulgebäude war zu sehen; allein die Mangelhaftigkeit jener, 
die Ueberfüllung dieses liess zu keiner klaren Vorstellung kom 
men; nur der nüchterne, berechnende, immer dem Praktischen 
und der Speculation zugeneigte Sinn der Schweizer leuchtete ans 
Allem heraus*). 
Noch schwerer als bei der Schweiz lässt sich über Ita 
liens Unterrichts wesen auf blosser Basis seiner Ausstellung 
etwas sagen. Denn letztere war eben in dieser Gruppe sehr lücken 
haft, und lagen ferner die Sachen auf eine Weise neben und 
unter einander, dass es uns unmöglich war, einen Schluss daraus 
*) Wir müssen uns deshalb hier darauf beschränken, über einige 
Objecte, die uns besonders auffielen, zu berichten. In der Ausstellung 
des Cantons Schwyz fanden wir ein Lesebuch für Primar-Schulen von J. 
Staub, dessen Einrichtung uns äusserst praktisch erschien. Der vierte 
rheil desselben hat nämlich als Anhang eine Sammlung von Facsimiles 
(1,riefe) zum Lesenlernen von Handschriften; einen ähnlichen Zusatz (Ge 
schäfts-Aufsätze) enthält der fünfte Theil. F. Beiist (Hottingen bei Zürich) 
stellte verschiedene Hilfsmittel für den Anschauungs-Unterricht aus, worunter 
namentlich die für’s Rechnen für Kinder von 5 bis 12 Jahren durch Klarheit 
und einen leichten Stufengang sich auszeichnen. Die Erziehungs-Direction 
des Cantons Aargau brachte unter anderen vorzüglichen Lehrmitteln eine 
schone Stoff-Sammlung vom ersten Natur- bis zum letzten Kunzt-Producte, 
l ‘° dem ebenso originellen als instructiven, organologischen Herbarium A. 
- enzel b (Fluntern), wie Bofinger’s (Interlaken) ausgezeichneten Natur- 
Abgussen von Thieren und Pflanzen würdig zur Seite lag. Unter den Holz 
schnitzereien im Erdgeschosse des Muster-Schulhauses möchten wir, obschon 
nicht ganz hieher gehörig, doch die von J. Flück (Brienz) und Klein 
(Meynngen) ausgestellten Schüler-Arbeiten der geschmackvollen Ausführung 
wegen hervorheben. In den oberen Räumen des genannten Gebäudes aber 
hat eine Ausstellung aller auf die Geschichte der Gesangs],Hege in der 
Schweiz bezüglichen Veröffentlichung mit Recht ein hohes Interesse erregt.
	        
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