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MAK

Full text : Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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Betheiligung  der  Frauen  sowohl  an  wissenschaftlichen  Forschungen,
als  auch  an  künstlerischen  Bestrebungen*).
Deutschland  hat  alles  auf  Unterricht  und  Bildung  Bezügliche, ­
  sofern  es  nicht  Land-  oder  Forstwirtschaft  betrat',  in
einem  eigenen  Pavillon  ausgestellt;  es  war  die  glänzendste
Ausstellung  dieser  Art  und,  dem  äusseren  Ansehen  nach,
der  deutschen  Uultur  vollkommen  würdig.  Und  doch  befinden
wir  uns  in  einiger  Verlegenheit,  indem  wir  daran  gehen,  über
Deutschlands  Unterrichtswesen  zu  berichten.  wie  nämlich  dasselbe ­
  repräsentirt  war.  Denn  bei  aller  Reichhaltigkeit  und  Schönheit
der  hier  gebotenen  Objecte  konnten  wir  doch  der  befremdenden
Wahrnehmung  uns  nicht  verschliessen,  dass  von  den  fünf  und
zwanzig  deutschen  Staaten**)  (wir  sehen  hier  von  Privaten  ganz

*)  Die  Redaction  der  Zeitschrift  „Das  Haus“  (Stockholm)  brachte  zur
Exposition  einen  Katalog  über  Bücher  und  Musikalien,  die  von  schwedischen
Frauen  verfasst  oder  couiponirt  wurden.  Das  Institut  »Lärokursen  für
Fruntinrnier“  (Stockholm)  stellte  unter  anderen  Frauen-Arbeiten  auch  einige
über  mathematische  Theoreme  und  Probleme  und  analitische  Constructionen
aus.  Von  M.  Procope  (Stockholm)  sahen  wir  Maschinen,  die  von  ihr  erfunden
oder  doch  verbessert  worden  sind.  S.  Akcr  m  a  r  k  (Göteborg)  lieferte  eine
Typen-Sammlung  von  hundert  skandinavischen  Algen,  E.  G.  Ramsay
(ebendaselbst'  Abbildungen  von  Blumen,  die  auf  Spitzbergen  wachsen.  Ausserdem ­
  aber  waren  liier  auch  Werke  der  Plastik  und  Malerei,  der  Gravier-und
Zeichtmkunst  zu  sehen,  welche  sämmtlich  von  Frauen  ausgetührt  waren.
Louise  Flodi  n’s  Buchdruckerei  in  Stockholm  sandte  Bücher  ein,  gesetzt
und  gedruckt  von  schwedischen  Frauen.  Dass  diese  auch  den  praktischen
Bedürfnissen  des  Lebens  Rechnung  zu  tragen  wissen,  dafür  zeugte  die  reiche
Ausstellung  von  Arbeiten  in  Flachs  und  Wolle,  Papier  und  Wald-Producten
zum  Gebrauche  in  Haus  und  Familie.
**)  Das  deutsche  Reich  zäldt  im  Ganzen  etwa  dO.uuu  Elementar-Schulen,
in  denen  bei  6  Millionen  Schüler  (nahezu  15%  der  Gesammt-Bevölkerungi
unterrichtet  werden.  Die  daselbst  beschäftigten  Lehrer  werden  an  eigenen
Seminarien  ausgebildet.  Das  älteste  darunter  ist  das  Königsberger,  das  im
J.  1701  errichtet  wurde.  Während  aber  noch  im  Anfang  dieses  Jahrhunderts
kaum  ein  Dutzend  solcher  Anstalten  bestanden,  sind  jetzt  im  ganzen  deutschen ­
  Reiche  nicht  weniger  als  143  Schullehrer-Seminare  tliätig,  von  denen
88  allein  auf  Preussen  kommen.  Der  Fortbildungs-  Unterricht,  der  nach
durchlaufener  Schulzeit  namentlich  von  der  Handwerker-Jugend  benutzt  wild,
steht  in  Württemberg  auf  besonders  hoher  Stufe.  Dieser  Staat  allein  hat
beispielsweise  mehr  gewerbliche  Fortbildungs-Schulen,  als  ganz  !  isleithanien
bei  elfmal  stärkerer  Bevölkerung.
            
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