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Full text : Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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Zu  den  Ausstellung«-  Gegenständen  übergehend,  glauben
wir  vor  Allem  bemerken  zu  müssen,  dass  Böhmen  die  meisten
Modelle,  Ansichten  und  Pläne,  Nieder-Oester  reich,  namentlich ­
  Wien,  den  grössten  Tlreil  der  Lehrmittel,  die  anderen  Kronländer
  hauptsächlich  Schüler-Arbeiten  und  Programme  vorlegten.
Allgemeiner  Anerkennung  erfreute  sich  mit  Becht  das  Modell ­
  des  von  dem  Keichsraths  -  Mitgliede  Dr.  A.  Buss  erbauten
und  erhaltenen  zweiclassigen  Schulhauses  zu  Schönpriesen  in
Böhmen.  Nicht  geringeren  Beifall  fanden  die  rotirenden  Schultafeln ­
  von  Hi  eher  (Tattendorf)  und  J.  Fuchs  (Wien),  ln  seinen
Normal-Lehrplänen  für  Volksschulen  hat  Landes-Schulinspector
Klodic  dadurch,  dass  er  denselben  die  Ministerial-Verordnung
vom  14.  Mai  1869  zu  Grunde  gelegt,  im  wahren  Sinne  des
Wortes  ein  Kunststück  geliefert.  Sehr  iiistructiv  sind  die  von
dem  Lehrer  J.  Grimme  (Baden)  ausgestellten  und  viel  bewunderten ­
  Anschauungsmittel  zu  einigen  Lesestücken;  ob  sie  praktisch ­
  sind,  wagen  wir  zu  bezweifeln  *).

—  denn  da  kommen  noch  manche  andere  Factoren  in  Betracht  —  auch  nicht,
dass  der  Schulzwang  nicht  überall  mit  der  nöthigen  Energie  geüht  wird.
Aber  sie  beweisen,  dass  noch  in  den  meisten  Kronländern  keine  genügende
Anzahl  Elementar-Sehulen  vorhanden  sind,  dass  diese  in  einigen  wohl  verdoppelt, ­
  ja  verdreifacht  werden  sollten.  Wenn  wir  nämlich  nach  dem  obigen
l’ercentsatze  für  ganz  Cisleithanien  nur  3  Millionen  schulpflichtiger  Kinder
annehmen,  so  ergibt  sich,  da  nach  den  statistischen  Berichten  im  Ganzen
höchstens  1,950.000  noch  im  schulpflichtigen  Alter  stehende  Kinder  wirklich
eine  Schule  besuchen,  das  Verhältnis  der  einen  zu  den  anderen  wie  100.65,
das  heisst:  ein  gutes  Drittheil  wächst  ohne  allen  Unterricht  auf.
*)  Würde  man  nicht,  dieses  Beispiel  allgemein  durchgetührt,  eine  ganze
liüstkammer  brauchen,  um  nur  den  Inhalt  eines  einzigen  Lesebuches  dergestalt ­
  zu  versinnlichen  V  Oder  sollte  man  dergleichen  Anschauungsmittel
nicht  wenigstens  beschränken  auf  die  den  Kindern  ra  e  h  r  fern  liegenden
Gegenstände,  als  es  eben  „das  Schaf,  der  Lein,  die  Biene 1,  sind  i  Lud  bleibt
nicht  auch  eine  derartige  Versinnlichung  noch  immer  höchst  mangelhaft?
Schliesslich  aber,  wie  viel  Zeit  kann  hei  einem  derartigen  Vorgänge  noch  lüi
die  sprachliche  Behandlung  der  Lesestücke  bleiben  V  Sprachkenntnisse  können
unserer  Ansicht  nach  nur  durch  Unterricht  vermittelt  werden,  Naturkenntnisse
auch  durch  populäre  Schriften:  das  Gegentheil  wäre  wohl  schwerer  zu  erweisen.
Man  lasse  sich  also  von  keiner  falschen  Sentimentalität  (Dr.  W.  Schradei,
Erziehung«-  und  Untcvrichtslchre,  1873,  B.  445)  abhalten  und  betreibe  die
            
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