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Bei den Lehrmitteln zum Kechnen-Ufit eiTieh t gedenken wir
einer Sammlung metrischer Mnasse und (tewichte von Professor
Lostäk in Mähren*).
Unter den Lehrmitteln für Geographie und Geschichte ge
fielen uns vorzugsweise einige Specialkarten. In der Abtheilung
für Naturgeschichte musste die überwiegende Mehrzahl bota
nischer Lehrmittel auifallen: darunter zeichneten sich nament
lich aus die sorgfältigen Arbeiten des Oberlehrers Johann
Meissl (Wien), sowie die hübschen und zweckmässigen Natu
ralien - Sammlungen von V. Friß in Prag. Einen passenden
Pendant zu den letzteren bildeten die physikalischen Lehrmittel
für Volks- und Bürgerschulen von M. Hank (W r ien). Aus den
Lehrmitteln für den Zeichnen-Unterricht wollen wir nurH. Dein-
hardt’s Vorlagen für das geometrische Ausschneiden, und J.
Patek’s Schul-Wandtafeln (bei Tempsky in Prag) als praktische
und zugleich billige Hilfsmittel hervorheben. Für den Gesang
empfehlen sieh ebenso durch gute Auswahl, wie durch leichten
Satz die von G. Albert (Altenburg) herausgegebenen deutschen
Lieder für Oesterreich’s Schulen; desgleichen Jessen’s (Wien)
Liederborn für Volks- und Bürgerschulen.
Nun noch Einiges über das einclassige Muster-Schulhaus
für osterr. Landgemeinden. Dasselbe nahm mit seinen Annexen,
Turnhalle sammt YVirthschaftsräumen, Obst-, Gemüse- und
Uebimgsgarteu, Reben- und Baumschule u. s. w. einen Flächou-
raum von nahezu 3400 a “* ein und machte durch die zweckmässige
Anlage und Ausrüstung der einzelnen Theile den wohlberech
tigten Anspruch auf eine Musterschule**).
Sprache etwas besser schon au den Klenientai’-Schulen; eine „anatomische“
Behandlung verlangen wir ja nicht.
) Dieselbe bestand zwar nur aus 30 Stücken, enthielt aber doch die
wichtigsten Formen, und empfahl sich überdies für Volksschulen durch ihre
Billigkeit (fl. 4.50).
**) Das 170D" umfassende Schulhaus — ein freundlicher Bau — ent
hielt im Erdgeschoss die Wohnu g des Lehrers (von der Dr. E. Schwab in
seiner Begleitschrift selbst sagt, sie könne „den besuchenden Lehrer wohl
niit Sehnsucht erfüllen“) und im ersten Stockwerke das lichte, geräu
mige, auf 00 Schiller berechnete Schulzimmer, welches sich durch zweck-