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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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zur wichtigen Thatsache geführt, dass die Nothwendigkeit des 
gemeinsamen Vorgehens der Völker in Fragen von universeller 
Wichtigkeit anerkannt und allgemeine Gesichtspuncte für die 
selben festgestellt worden sind; — eine Thatsache von so weit- 
tragenden Consequenzen, dass dieselbe freudigst begrüsst und 
als mächtiger Denkstein für die Cultur-Entwieklung der in Wien 
zu friedlichem Wettkampfe versammelt gewesenen Nationen 
beider Hemisphären bezeichnet werden kann. 
Als unmittelbarste Folge und natürlicher Ausfluss der 
durch die 187H’ r (Jongresse gewonnenen Resultate ist die Noth 
wendigkeit der periodischen Fortsetzung derselben, so wie die 
allgemein anerkannte Wahrheit zu bezeichnen, dass die Zwecke 
der Ausstellungen durch die gleichzeitige Abhaltung einschlägiger 
Conferenzen wesentlich gefördert und dass sie von nun an Hand 
in Hand gehen werden, sich gegenseitig ergänzend und unter 
stützend. 
Bilden die von den (Jongressen erzielten Resultate auch 
die greifbarsten Kundgebungen der auf die Nutzbarmachung des 
Ausstellungs-Materiales bezüglichen Bestrebungen, so dürfen die 
übrigen, Eingangs erwähnten, Elemente des Wiener Programmes 
in ihrer Bedeutung auch nicht unterschätzt werden. Sie wirkten 
durch die Mannigfaltigkeit der Gesichtspuncte und Originalität 
der Zusammenstellung nicht nur anziehend und belehrend auf 
das gebildete Publicum, sondern boten auch dem ernsten Fach 
manne treffliche Momente für die Bereicherung seiner wissen 
schaftlichen Arbeiten und lieferten endlich der Tages- und Fach- 
Literatur vorzügliches Material für die Belebung der Ausstel 
lungsberichte. 
Die Ueberzeugung, dass der Nutzen der Ausstellungen durch 
solche Berichte erst zu einem nachhaltigen und fruchtbringenden 
gestaltet und in die weitesten Kreise getragen wird, wurde in 
Wien in höherem Grade erkannt, als in Paris. Nicht nur trat 
diese Wahrheit durch eine ausserordentlich lebhafte Betheiligung 
der in- und ausländischen Journalistik*) an dem grossartigen 
*) Der Löwen-Antlieil an der Betheilignng der Wiener Blätter gebührt 
unstreitig der „Neuen Freien Presse“, welche während der Dauer der Ans-
	        
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