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Preislisten mitzugebeu, und was hier dargestellt war, konnte auch
im Handel geboten werden. — Wir erinnern hier nur an Einige
der Aussteller: an Trommsdorf in Erfurt, der neben Didvm, Ku-
bidium und Caesium - Präparaten und anderen seltenen Metall-
Verbindungen sehr schöne Alkaloide und grössere Meng'en von
seltenen Alkoholen geboten hatte; an Sehuckhardt aus Görlitz,
der die Elemente Bor, Silicium, Erbium, Laulhan, Beryllium,
Cer, Mangan, Strontium, Calcium, Caesium, Rubidium und Li
thium neben vielen ihrer Verbindungen ausgestellt hatte; wir
erinnern an den riesigen Jodkuchen (1 >/,/ Durchmesser) von
Kahlert; an Kahlbaum’s organische Präparate, an die berühmte,
den Pharmaceuten wohlbekannte Firma Merk in Darmstadt und
deren herrliches Cattein; an den Platina-Fabrikanten Heraus in
Hanau, dei neben Platina-Objecten auch noch die übrigen Metalle
dei Platin-Giuppe gebracht hatte; an die schöne Collection von
Anilin-Farben und an das prächtige, in sublimirten Nadeln dar
gestellte künstliche Alizariu. — Die Ausstellung Deutschlands
bildete den Glanzpunct des Gebotenen, indem sie ein vollständiges
Bild des heutigen industriellen Standpunctes wiedergab und dabei
eine vollendete Technik auf wissenschaftlicher Grundlage ent
faltete.
Auf dem Gebiete der eigentlichen chemischen Gross-Industrie,
welche auch in der österreichischen Abtheilung namentlich durch
Deutsch-Böhmen und Mähren schön vertreten war, sind seit der
I aiisei Ausstellung keine neuen Fabricationen hinzugekommen,
wie dies wohl auf anderen Gebieten der Fall ist: Processe sowohl
wie Producte sind im grossen Ganzen die gleichen geblieben.
Freilich ist die Thätigkeit der Chemiker auch hier nicht ohne
Fortschritt geblieben; aber gerade solche Fortschritte sind leider
auf der ganzen Ausstellung nur selten ersichtlich geworden. —
Diese Fortschritte liegen in der Auffindung neuer Quellen zur
Beschaffung von Rohmaterialien, in einer besseren Ausnützung
der bereits bekannten; in der Vervollkommnung von Apparaten;
in einem mehr und mehr gebildeten Verständniss der Arbeits-
Methoden, und namentlich in der Beproduction von Arbeits-
Abfällen zu neuem Arbeits-Materiale. — Die Ausstellung selbst