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Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

so benützen wir diese Gelegenheit, der bedeutendsten südlichen 
Firma chemischer Gross-Industrie hier zu gedenken. Die Fabrik 
chemischer Producte zu Hrastnigg in Steiermark, welche derzeit 
mit 130 Arbeitern einen Productionswerth von 600.000 Gulden 
erzielt, ist eigentlich ein Triestiner Etablissement, da diese Fabrik 
erst 1859 nach Steiermark wegen eines dortigen billig beizu 
stellenden Braunkohlenbedarfes verlegt wurde, aber bereits in den 
vierziger Jahren von L. v. Gossleth in Triest gegründet worden 
war. — Da nun diese Fabrik neben Chrom-Präparaten und neben 
Salpeter - .Raffination die Producte der gewöhnlichen chemischen 
Gross-Industrie darstellt, so auch Schwefelsäure, so möchte man 
wohl wünschen, dass der Fabriksbetrieb auch auf die Verarbeitung 
von Knochen-Materialien ausgedehnt werde. — Sehr bedeutende 
deutsche Fabriken der chemischen Gross-Industrie nützen einen 
sehr namhaften Betrag der selbst producirten Schwefelsäure selbst 
aus, indem sie zugleich die Phosphat-Industrie aufgenommen 
haben und in Folge dessen keine Ueber-Production an Säure zu 
befürchten haben. — Die colossale Dünger- Production einiger 
dieser Fabriken, wie z. B. die der „Silesia“, der Firma Griesheim 
bei Frankfurt a. M. und der Fabrik Heufeld in Bayern, hat sogar 
zu einer irrthümlichen Vertheilung auf der Ausstellung Anlass 
gegeben, da die Fabrik Heufeld nicht in der chemischen Section, 
sondern in der landwirthschaftlichen Abtheilung vertreten war. 
Unter den Producten der chemischen Gross-Industrie be 
hauptet trotz der natürlichen amerikanischen Concurrenz die 
Fabrication von Mineral-Gelen und Paraffin aus Braunkohlen noch 
immer einen sehr hervorragenden Platz. Von den hiezu gebotenen 
Rohmaterialien muss hier neben den bituminösen Schiefern und 
der Boghead-Kohle ganz besonders des galizischen Ozokerites 
gedacht werden. 
Die Verwerthung des Erdwachses beruht zunächst auf der 
Gewinnung von Paraffin, Theer und Leucht-Oelen: die Ausstellung 
hat aber auch eine directe Vervverthbarkeit des reinen Ozokerites 
als Kerzen-Material bewiesen, wobei das gebleichte und geruchlos
	        
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